Eltern von in Trier erstochenem Studenten im Interview„Ich habe mein totes Kind in den Armen gehalten”

Ihr Schmerz ist unvorstellbar!
Auf offener Straße attackiert ein 22-Jähriger den Studenten Marius in Trier, sticht mit einem Messer auf ihn ein – und raubt ihm brutal das Leben. Wohl eine Zufallstat, die die Eltern des Jungen in tiefe Trauer stürzt. Im RTL-Interview erinnern sie bewegend an ihren Sohn und richten einen Appell an die Politik.
Eltern trauern um ihren „herzensguten” Sohn Marius
„Mir hat jemand ein Stück aus meinem Herzen gerissen“, erzählt Mutter Elke im Interview mit RTL. Noch immer könne sie nicht begreifen, dass ihr geliebter Sohn am Mittwoch (15. Juli) gestorben ist. „Ich warte immer noch darauf, dass mich jemand weckt und sagt: Das war nur ein ganz schlimmer Albtraum.“ Manchmal glaube sie noch, ihr „herzensguter” Marius komme gleich zur Tür herein und frage: „Mama, was gibt es heute zu essen?“
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Besonders schwer sei für die Eltern der Abschied beim Bestatter gewesen. „Ich habe mein totes Kind in den Armen gehalten und weiß, dass es ein total sinnloser Tod war,“ erzählt die 56-Jährige mit brüchiger Stimme. Ein Unfall sei etwas anderes, sagt sie. „Aber dass jemand einfach aus dem Haus geht, sich ein Messer nimmt und auf den Erstbesten, der da langläuft, einsticht – das ist unfassbar.“ Die Momente am Sarg ihres Sohnes seien „herzzerreißend”, aber auch „unheimlich viel wert” gewesen, ergänzt Vater Thomas.
Eltern von getötetem Marius appellieren an Politik
Mutter Elke, die seit Jahren ehrenamtlich in der CDU als Politikerin arbeitet, will das „jeder weiß, was mit Marius passiert ist“. Sein Tod solle dabei helfen, andere Menschenleben zu retten. „Dann wäre das schon etwas wert”, erklärt sie – und richtet deutliche Worte an die Politik.
„Ich würde mir einfach wünschen, dass jetzt sowas wie ein Weckruf erklungen ist.” Es müssten Maßnahmen ergriffen werden, um „unsere Kinder” und „unsere Bevölkerung” zu schützen. „Dass sie sich jetzt wirklich sagen: Das war einer zu viel und es reicht wirklich für alle die, die unschuldig gestorben sind.”

Auch der 59-Jährige fordert ähnliche Konsequenzen. „Ich appelliere an die Politik, dass sich in Deutschland etwas ändert. Wir müssen geschützt werden.“ Er erhoffe sich, dass Gefahren früher erkannt werden und unschuldige Menschen künftig besser vor solchen Gewalttaten behütet werden. „Die Bürger fühlen sich nicht mehr sicher vor dieser Gewalt, diesem Terror”, fügt er an. „Es besteht Handlungsbedarf!”
Afghane gesteht tödliche Messerattacke in Trier
Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen 22-jährigen Afghanen, der seit mehreren Jahren in Trier lebe und zuletzt in der Nähe des Tatorts gewohnt habe. Täter und Opfer kannten sich wohl nicht. „Es dürfte sich um eine zufällige Begegnung gehandelt haben”, bestätigt die Polizei. Der Beschuldigte habe die Tat eingeräumt, jedoch sonst keine Angaben gemacht. Laut Behörden stach er mehrmals mit einem Küchenmesser auf Marius ein.
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Das Amtsgericht Trier habe die einstweilige Unterbringung des Mannes in der geschlossenen forensischen Psychiatrie angeordnet. Den Ermittlungen zufolge leidet er an einer psychischen Erkrankung, wegen der er in jüngerer Zeit in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung gewesen sei. „Es bestehen daher Anhaltspunkte dafür, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten bei Begehung der Tat beeinträchtigt war.”
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa


