Sterbehilfe für Mutter nach Tod ihres SohnesEin letzter Song am offenen Fenster! Das plant Wendy Duffy für ihre letzten Minuten

Frostiger Morgen
Eine Mutter aus England will nach dem Tod ihres Sohnes nicht mehr weiterleben und reist in die Schweiz, um Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. (Foto: Motivbild)
dbo, Daniel Bockwoldt/dpa, Daniel Bockwoldt

„Ich kann es kaum erwarten!“
Was andere Leute sagen, wenn ihr lang ersehnter Urlaub ans Meer bevorsteht, sagt Wendy Duffy aus England über den Tag, an dem sie sterben will. Im Interview mit der Daily Mail erzählt die 56-Jährige, dass sie sich seit Monaten auf die Reise in eine Sterbehilfe-Klinik in die Schweiz vorbereitet. Ihre letzten Minuten hat sie auch genau geplant.

Wendy Duffy muss das tödliche Mittel selbst nehmen

Seit die Klinik ihr die Zusage gegeben hat, läuft auf ihrem Handy ein Countdown ab, sagt die Frau der britischen Boulevard-Zeitung. Am Freitag, dem 24. April 2026, wird sie in der Schweiz das tödliche Medikament einnehmen, das ihr Leben beenden soll. Sie hat also nur noch wenige Stunden zu leben.

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Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass sie das Mittel selbst nimmt. Das Team in der Klinik wird ihr nur den Tropf legen. Sie muss dann ein Ventil öffnen, sodass das Mittel in ihre Blutbahn fließt. Ab dann dauere es etwa eine Minute, bis sie das Bewusstsein verliert und dann eine weitere Minute, bis sie tot ist, erklärt Wendy in dem Interview.

Auf dem Sterbebett will Wnedy ein T-Shirt ihres Sohns tragen

Sie hat sich von der Klinik gewünscht, dass das Fenster ihres Zimmers währenddessen geöffnet bleibt. Die 56-Jährige möchte nicht nur die Landschaft und die Bäume sehen, sondern ihr ist es wichtig, dass ihre Seele den Weg in die Freiheit findet. Die Britin hat sich auch ein Lied gewünscht, das abgespielt werden soll, während sie stirbt. „Man kann sich jeden Song wünschen, den man möchte. Ich will zu ‚Die With a Smile‘ von Lady Gaga und Bruno Mars gehen“, sagt sie. Auch was sie auf dem Totenbett tragen möchte, weiß Wendy schon: ein T-Shirt ihres verstorbenen Sohnes Marcus, das immer noch nach ihm rieche.

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Wendy findet nur schade, dass sie ihre Organe nach der Sterbehilfe nicht mehr spenden darf. Dafür hat sie mit der Klinik ausgemacht, dass ihr Gepäck, das sie mit in die Schweiz bringt, verkauft werden soll. Das Geld soll einem Tierschutzverein zugutekommen.

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Trauernde Mutter will, dass ihre Asche verstreut wird

Ein Begräbnis möchte Wendy nicht haben, weil sie Beerdigungen nicht mag. Sie hat verfügt, dass ihr Körper nach ihrem Tod eingeäschert wird. Die Asche wird dann von der Schweiz aus zurück zu ihrer Familie nach England geschickt. Wendy möchte zusammen mit der Asche ihres Sohnes an einer Parkbank verstreut werden.

Seit dem plötzlichen Tod des 23-Jährigen vor vier Jahren hat Wendy ihren Lebenswillen verloren, sagt sie. „Man kann alle Pillen nehmen und zu allen Therapiesitzungen der Welt gehen – und das habe ich getan. Aber am Ende können sie dir nicht helfen“, meint sie. „Mein Leben besteht nur aus Schmerz. Auch wenn ich Familie habe, ich habe auch Freunde und ich habe meinen Tagesablauf. Ich gehe in den Park und ich bin nicht einsam. Aber jeden Abend sitze ich da und spreche mit Marcus“, erklärt sie. Und immer wieder habe sie den Gedanken, dass sie ohne ihr einziges Kind nicht weiterleben wolle.

Wendy Duffy hofft, dass ihr Sohn sie verstehen würde

Darum hat sie sich für die Reise in die Schweiz entschieden. Einen gescheiterten Suizidversuch hat Wendy schon hinter sich. Sie wolle einen schnellen, würdevollen Tod, sagt sie in dem Interview. Sie möchte es niemandem zumuten, sie tot irgendwo zu finden.

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Wendy weiß, dass sie ihre Angehörigen mit ihrer Entscheidung in eine schwierige Situation bringt. Aber sie will sich trotzdem nicht von ihrem Plan abbringen lassen. „Es ist, was ich möchte, und ich werde bekommen, was ich will. Es tut mir leid, wenn das arrogant klingt“, sagt sie. Wendy ist sich auch sicher, dass ihr toter Sohn nicht begeistert von ihrer Idee wäre. „Er würde wahrscheinlich sagen: Hol dir doch einen Hund, Mama, du hast doch bestimmt noch ein paar Ideen! Aber am Ende würde er es verstehen.“

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über Ihre Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Verwendete Quellen: Daily Mail