Schwerer VerdachtStaatsanwaltschaft ermittelt! Ist verunreinigte Säuglingsmilch schuld am Tod von zwei Babys?

Hängt die Säuglingsnahrung von Nestlé und Lactalis mit dem Tod zweier Babys zusammen?
Nach dem Tod zweier Säuglinge binnen weniger Wochen hat die französische Justiz Ermittlungen wegen „möglicher Verunreinigung” der von den Babys verzehrten Flaschenmilch aufgenommen. Bislang gebe es aber „noch keinen Beleg für einen Kausalzusammenhang zwischen der Babynahrung und den Symptomen der Säuglinge”, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mit.
Nach zwei toten Babys! Staatsanwaltschaft ermittelt
Eines der beiden Babys war in der Nähe von Bordeaux am ersten Weihnachtstag geboren und Anfang Januar nach Verdauungsproblemen gestorben. Es war zuvor mit Säuglingsnahrung der Marke Guigoz gefüttert worden. Bei ersten Analysen habe das Bakterium Bacillus cereus nicht nachgewiesen werden können, teilte der Staatsanwalt von Bordeaux, Renaud Gaudeul, mit. Es seien jedoch weitere Analysen im Gange, betonte er.
Im westfranzösischen Angers meldete sich am Mittwoch eine Mutter bei Ermittlern, deren Tochter im Dezember im Alter von vier Wochen gestorben war. Das Baby war ebenfalls mit Flaschenmilch der Marke Guigoz gefüttert worden. Ein Zusammenhang mit der Verunreinigung sei eine „ernstzunehmende Spur“, sagte der Staatsanwalt Eric Brouillard. Es sei aber noch zu früh, um sie zur Hauptspur zu erklären. Er habe ein Labor mit dringenden Analysen beauftragt.
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Auch der Nestlé-Konzern betont auf Nachfrage von RTL, dass „es derzeit keinerlei Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den tragischen Ereignissen und dem Konsum unserer Produkte“ gebe. „Uns sind, basierend auf den Informationen, die uns bis heute vorliegen, keine bestätigten Krankheitsfälle im Zusammenhang mit den vorsorglich zurückgerufenen Produkten bekannt“, heißt es in der Stellungnahme am Freitag (23. Januar).
Durchfall und Erbrechen drohen! Säuglingsnahrung zurückgerufen
Anfang Januar musste der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé Babynahrung in etwa 60 Ländern, darunter auch in Deutschland, wegen möglicher Belastung mit Cereulid zurückrufen. „Nestlé hat aus Gründen größter Vorsicht beschlossen, einen vorsorglichen Produktrückruf von bestimmten Chargen von BEBA und ALFAMINO in Deutschland in voller Zusammenarbeit mit den Behörden gemäß unseren strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards umzusetzen“, so der Konzern auf Nachfrage von RTL.
Am Mittwoch rief auch der französische Milchindustriekonzern Lactalis Säuglingsnahrung in mehreren Ländern zurück. Es bestand ebenfalls der Verdacht, dass diese Cereulid enthalten könnte. „Bis heute wurden von den Gesundheitsbehörden, mit denen wir in engem Kontakt stehen, keine Warnungen im Zusammenhang mit dem Verzehr unserer Säuglingsanfangsnahrungsprodukte gemeldet”, teilt das Unternehmen auf Nachfrage von RTL mit. In Deutschland werden die betroffenen Produkte nicht vertrieben.
Die französischen Behörden wiesen darauf hin, dass Nestlé und Lacalis eine aus China gelieferte Substanz verwendeten. Laut der Organisation Foodwatch handelt es sich bei der chinesischen Firma um einen der weltweit wenigen Lieferanten von Arachidonsäure (ARA), einer in Europa streng regulierten Substanz, die als Quelle für Omega-6-Fettsäuren in bestimmten Säuglingsmilchprodukten enthalten ist. Cereulid ist eine Substanz bakteriellen Ursprungs, die Durchfall und Erbrechen verursachen kann. Säuglingsmilch, die als Ergänzung oder Ersatz für Muttermilch verwendet wird, wird streng kontrolliert.
„Wir nehmen alle Anfragen von Eltern sehr ernst, hören ihnen genau zu und prüfen jeden Fall individuell“, betont Nestle. „Wir verstehen, dass diese Nachricht bei Eltern Besorgnis auslösen kann, und entschuldigen uns aufrichtig für Sorgen oder Unannehmlichkeiten, die dadurch entstehen. Die Sicherheit und Qualität unserer Produkte und das Wohlergehen von Babys bleiben unsere oberste Priorität.“
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche und AFP


