„Ist was Herrliches”SPD-Chef besucht arme Menschen bei der Tafel – und schickt seinen Fahrer zum Kauf von Pasteten nach Frankreich

 Beim Landesparteitag der SPD Baden-Württemberg sitzt Andreas Stoch, Landesvorsitzender der SPD Baden-Württemberg, in der Donauhalle auf dem Podium.
Andreas Stoch ist Chef der SPD in Baden-Württemberg und Spitzenkandidat der Partei für die Landtagswahl am 8. März.
puc wst, Stefan Puchner/dpa, Stefan Puchner

Merkt der Mann noch irgendwas?
Der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg besucht eine Einrichtung der Tafel. Seinen Fahrer schickt Andreas Stoch dann zum Einkaufen von Pasteten nach Frankreich. Die seien „was Herrliches.” Ein Kamerateam hatte die peinliche Szenerie gefilmt.

Konkret geht es um eine Szene in einem TV-Porträt, das der Sender SWR im Vorfeld der Landtagswahl über den SPD-Spitzenkandidaten veröffentlichte. Darin begleitet ein Filmteam Andreas Stoch beim Besuch eines Tafelladens im badischen Bühl. Nach dem Besuch ist in dem Video zu sehen, dass Stoch seinem Fahrer einen Einkaufsauftrag gibt. Stoch (ist auch Chef der SPD in Baden-Württemberg) sagt zu seinem Fahrer abseits der Kameras: „Dann schickst du mir ein Bild von der Auslage und ich sag dir, was du mir bringst.“

Auf Nachfrage des SWR sagte Stoch, wenn er in Baden-Baden unterwegs sei, nutze er dies manchmal, um im benachbarten Frankreich bei einem Metzger einzukaufen. „Eine schöne Entenpastete ist was Herrliches“, erklärte Stoch. Die bekomme man hierzulande nicht in der Qualität und zu dem Preis. Deswegen nutze man die Termine nahe der Grenze gerne, um frisches Baguette und gute Wurstwaren zu holen. „Es lohnt sich immer, unser Nachbarland Frankreich zu besuchen“, beschließt der SPD-Spitzenkandidat seine Antwort. In der Erklärung sagt Stoch, zu dem Einkauf sei es am Ende allerdings gar nicht gekommen.

Beim Publikum kam die Szene offenbar gar nicht gut an. Unter dem SWR-Film häufen sich auf Youtube die kritischen Kommentare. „Unfassbar“ schreibt ein Nutzer. Ein anderer User wirft Stoch vor, Wasser zu predigen und selbst Wein zu trinken. „Gerade von einem SPD-Kandidaten aus Baden-Württemberg sollte man mehr politische Sensibilität erwarten.“

Laut der Website seines Landesverbandes setzt sich Stoch im Wahlkampf gerade für soziale Themen ein. „Nichts ist wichtiger als unser Kampf für eine gerechte Gesellschaft. Dafür wollen wir heute ein starkes Signal aus Fellbach senden“, sagte er bei seiner Wahl zum Spitzenkandidaten im Juli 2025. Dazu gehörten vor allem bezahlbare Wohnungen, ausreichende Kita-Plätze und sichere Arbeitsplätze.

„Ich bin da in einen Fettnapf marschiert”, sagte der SPD-Politiker über sein Pasteten-Gate am Mittwochabend (25. Februar) bei einem Podium der „Badischen Neuesten Nachrichten”. Ob die Wähler das als Entschuldigung akzeptieren?

Verwendete Quellen: SWR, dpa, eigene RTL-Recherche