Trotz massiver KritikSelenskyj segnet umstrittene Helden-Gedenkstätte ab

Zelensky Attends Reburial of Yevhen Konovalets Near Kyiv Ukrainian President Volodymyr Zelensky attends the reburial ceremony of Yevhen Konovalets, a colonel in the army of the Ukrainian Peoples Republic and the first head of the Organization of Ukrainian Nationalists, at the National Military Memorial Cemetery near Kyiv, Ukraine, on August 18, 2026. Konovalets remains were returned to Ukraine 88 years after his burial in Rotterdam, where he was assassinated in 1938, during a ceremony attended by officials and military figures. Photo by PRESIDENT OF UKRAINE apaimages Ukraine Ukraine Ukraine 180826_Ukraine_UPO_0026.jpeg Copyright: xapaimagesxPRESIDENTxOFxUKRAINExxapaimagesx
Der staatliche Gedenkort wird dem Gesetz zufolge in der Hauptstadt Kiew eingerichtet. 
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Mitten im Krieg treibt die Ukraine die Einrichtung einer nationalen Helden-Gedenkstätte voran. Präsident Selenskyj setzt ein entsprechendes Gesetz in Kraft. Doch das Vorhaben sorgt beim wichtigen Verbündeten Polen für erheblichen Unmut.

Vor dem Hintergrund eines Geschichtsstreits mit Polen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj das Gesetz zur Einrichtung einer nationalen Helden-Gedenkstätte unterschrieben. Dies geht aus einer Bekanntmachung des ukrainischen Parlaments hervor, wie die Agentur Ukrinform berichtete.

Polen hatte das Vorhaben heftig kritisiert. Denn in dem sogenannten Pantheon sollen künftig auch Angehörige der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) geehrt werden. Die nationalistischen Untergrundkämpfer waren für Massenmorde an Polen und Juden vor allem in Wolhynien in der heutigen Westukraine während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg mit Zehntausenden Opfern verantwortlich. Selenskyj bekräftigte am Samstag vor Kriegsveteranen: „Das ukrainische Pantheon wird mit Sicherheit entstehen, und nur die Ukrainer werden darüber entscheiden, wer für uns ein Held ist.“

Der staatliche Gedenkort wird dem Gesetz zufolge in der Hauptstadt Kiew eingerichtet. Geehrt werden sollen historische Figuren seit der Zeit des mittelalterlichen Reiches der Kiewer Rus. Erwartet wird, dass international umstrittene Persönlichkeiten umgebettet werden, die die heutige Ukraine als Unabhängigkeitskämpfer ansieht. Das Pantheon soll zudem als Begräbnisstätte für ukrainische Präsidenten dienen.

Die Regierung in Warschau äußerte sich zunächst nicht. Doch die Konkretisierung des Vorhabens könnte das Verhältnis zu Polen, einem wichtigen westlichen Verbündeten der von Russland angegriffenen Ukraine, weiter verschlechtern. Nach der Verabschiedung des Gesetzes durch das ukrainische Parlament im Juli rügte die Kanzlei von Polens Präsident Karol Nawrocki, aus Sicht der Polen sei die Verherrlichung von Verbrechern, die in Wolhynien einen Völkermord begangen hätten, nicht der Weg in die westliche Welt.

Bereits im Juni hatte es ein Zerwürfnis zwischen den beiden Ländern gegeben, nachdem Selenskyj einer militärischen Einheit den Ehrentitel „Helden der UPA“ verliehen hatte. In der Folge nahm Warschau die Verleihung des Ordens des „Weißen Adlers“ an Selenskyj zurück. Mehrere ukrainische und polnische Politiker gaben zudem Ehrungen aus dem Nachbarland zurück.

Verwendete Quellen: mba/dpa