Schmerzhafter Zwischenfall an Bord„Mein Penis war mit Blasen übersät“ – Brite verklagt Airline nach Kaffee-Unglück im Flugzeug

Ein heißer Kaffee, ein Moment der Unachtsamkeit und schwere Vorwürfe gegen die Airline Virgin Atlantic.
Ein britischer Passagier schildert, wie eine Flugreise für ihn zum Albtraum wurde. Nach einem Unfall an Bord soll er so schlimme Verbrennungen erlitten haben, dass er bis heute unter den Folgen leidet.
Unerträgliche Schmerzen
Der Vorfall soll sich auf einem Flug von Las Vegas nach London ereignet haben, berichtet der Stern. Nach Angaben des Briten wurde das heiße Getränk offenbar ohne Deckel und auf einem leicht schrägen Klapptisch serviert. Als der Kaffee umkippte, lief ihm die heiße Flüssigkeit über den Schoß.
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Die Schmerzen seien „unerträglich“ gewesen, sagte der Mann der BBC. Nach eigenen Angaben erlitt er schwere Verbrennungen im Intimbereich und leide noch immer unter den Folgen. Besonders kritisch sieht der Passagier das Verhalten des Kabinenpersonals nach dem Unfall. Wegen der starken Schmerzen und des heruntergeklappten Tisches habe er nicht selbst aufstehen können. Erst nach rund 20 Minuten sei ihm eine Wasserflasche gebracht worden.
Etwa eine Stunde später seien seine Verletzungen mit Creme und einem Verband versorgt worden. „Zu diesem Zeitpunkt war mein Penis mit Blasen übersät, und der angelegte Verband war abgefallen“, sagte der Mann der BBC. Nach seinen Angaben erhielt er von den Flugbegleitern lediglich das Schmerzmittel Paracetamol sowie eine weite Hose. Die versprochene medizinische Betreuung nach der Landung sei jedoch ausgeblieben.

Ähnlicher Fall bei Ryanair
Der Fall erinnert an einen ähnlichen Vorfall bei Ryanair. Die britische Krankenschwester Denise Elliott hatte sich auf einem Flug von Bournemouth nach Mallorca ebenfalls mit heißem Kaffee verbrüht, wie sie der BBC schilderte. Die 63-Jährige erhielt inzwischen eine außergerichtliche Entschädigung in Höhe von 4350 Pfund – das entspricht rund 5.000 Euro. Elliott sagte, an Bord habe es keine schützenden Deckel für die Kaffeebecher gegeben.
Nach dem Unfall habe sie sich zunächst selbst helfen müssen. Statt Unterstützung habe das Kabinenpersonal ihr zunächst lediglich trockene Papiertücher gebracht.
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Diskussion um Sicherheit an Bord
Neben den körperlichen Verletzungen spricht der Passagier auch über psychische Folgen. Das sei ein „großes, großes Problem“, sagte er. Sein Selbstbewusstsein habe deutlich gelitten. Zudem berichtete er in der Sendung „Good Morning Britain“, dass er und seine Partnerin Schwierigkeiten hätten, ein Kind zu zeugen.
Ob der Brite mit seiner Klage Erfolg hat, ist derzeit noch offen. Sein Anwalt bezeichnete den Vorfall als „extremen Fall“ und verwies auf eine wachsende Zahl ähnlicher Beschwerden. Die Fluggesellschaft Virgin Atlantic entschuldigte sich zwar, betonte jedoch, dass Kabinenpersonal heiße Getränke grundsätzlich nicht randvoll einfülle und bei Turbulenzen auf das Servieren verzichte.
Die beiden Fälle sorgen in Großbritannien derzeit für Diskussionen über Sicherheitsstandards und Erste-Hilfe-Maßnahmen an Bord von Flugzeugen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Crews auf Verbrühungen reagieren und ob Airlines für solche Situationen ausreichend vorbereitet sind.


