Letzte Nachrichten machen Familie SorgenSchweizerin (51) stirbt nach Beauty-OP in Istanbul – was geschah nach ihrem Facelifting?

Zwei Tage nach ihrer Schönheits-OP ist sie tot.
Eine 51-Jährige Schweizerin reist im April allein nach Istanbul und lässt dort ein Facelifting durchführen. Nach dem Eingriff meldet sie sich panisch bei ihrem Partner, dann brechen die Nachrichten plötzlich ab. Vier Monate nach ihrem Tod weiß ihre Familie noch immer nicht, was mit ihr passiert ist.
Nach Beauty-OP ruft sie ihren Partner panisch an
Mitte April macht sich die 51-Jährige aus dem Schweizer Kanton Waadt auf den Weg nach Istanbul. Ihrem Partner erzählt sie zunächst, sie wolle dort ihre Brustimplantate erneuern lassen. Tatsächlich entscheidet sie sich für ein Facelifting, berichtet „20 Minuten”. „Ich nehme an, sie wollte es mir nicht sagen, weil sie wusste, dass ich dagegen war“, sagt ihr Partner dem Schweizer News-Portal. Die Reise tritt sie allein an. Dabei hat sie 5000 Schweizer Franken in bar, umgerechnet etwa 5300 Euro. Eine Agentur organisiert ein „Rundum-Paket“ mit Flügen, Transfers sowie Fahrten zwischen Hotel und Klinik.
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Nach dem Eingriff meldet sich die Frau bei ihrem Partner – und offenbar geht es ihr nicht gut. „Sie wirkte panisch. Ich musste ihr helfen, sich mit Atemübungen zu beruhigen“, berichtet er. Zurück im Hotel folgen weitere beunruhigende Nachrichten. Ihr Partner versteht daraus, dass sie einen Verband über den Augen trägt und diese teilweise bluten. Dann herrscht plötzlich Funkstille. Seine Anrufe und Nachrichten bleiben unbeantwortet.
Zwei Tage später ist die 51-Jährige tot
Kurz darauf erreicht die Familie die traurige Nachricht. Zwei Tage nach der Operation steht die Waadtländer Polizei vor der Tür der Großeltern, bei denen die 22-jährige Tochter der Frau lebt: Ihre Mutter ist tot.
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Doch wie genau die 51-Jährige ums Leben kommt, bleibt für die Angehörigen bis heute ein Rätsel. Die Tochter beginnt selbst nach Antworten zu suchen. Sie kontaktiert die Klinik, das Hotel und die Agentur. „Wir wissen weder, wo sie tot aufgefunden wurde, noch wie. Der türkische Bericht erwähnt einen möglichen Suizid, die Sterbeurkunde des Konsulats nennt eine unbekannte Todesursache, und das Schweizer Bestattungsunternehmen hat uns stark davon abgeraten, ihren Leichnam zu sehen – so entstellt sei ihr Gesicht gewesen“, erzählt die 22-Jährige „20 Minuten”. Auch medizinisch bleiben für die Familie entscheidende Fragen offen. Ihr sollen keine Dokumente vorliegen, die eindeutig Auskunft über Narkose, verabreichte Medikamente oder die Nachbetreuung nach dem Eingriff geben.
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Familie wartet monatelang auf entscheidende Berichte
Die Angehörigen wenden sich schließlich an das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Doch auch die Schweizer Behörden können den Fall nicht einfach aufklären. „Die lokalen Behörden [sind] für die Untersuchung der Umstände und der Todesursache zuständig“, erklärt das EDA. In manchen Ländern sei es zudem „schwierig oder gar rechtlich unmöglich, eine Sterbeurkunde, einen Polizeibericht oder einen Autopsiebericht zu erhalten.”
Auf den türkischen Autopsiebericht könnte sie noch Monate warten. Nach Angaben der konsularischen Behörden werden solche Berichte in der Türkei erst nach „mindestens acht Monaten, teilweise auch länger“ herausgegeben. Die Angehörigen sollen sich demnach im Dezember erneut an die türkischen Behörden wenden.

Partner glaubt nicht an möglichen Suizid
Der Familie wird inzwischen geraten, einen Anwalt in der Türkei einzuschalten. Doch das ist für die Angehörigen finanziell kaum zu stemmen. Allein die Rückführung des Leichnams kostet nach Angaben der Tochter 6000 Schweizer Franken.
Vor allem aber wollen die Hinterbliebenen endlich wissen, warum die 51-Jährige starb. „Wenn es einen medizinischen Fehler gab, wenn sie eine Embolie erlitten hat oder ein Problem mit der Medikamenteneinnahme bestand – dann sollen sie es uns sagen. Aber ohne Informationen kann man sich alles Mögliche vorstellen“, sagt die Tochter. An die im Polizeibericht erwähnte Möglichkeit eines Suizids glaubt der Partner nicht. „Sie hatte Ferien gebucht.”
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Auch Monate später kann die Familie deshalb kaum abschließen. Die Tochter will mit der Geschichte ihrer Mutter nun zugleich andere Menschen sensibilisieren. In sozialen Netzwerken werde für Schönheitskliniken im Ausland geworben, auch junge Frauen aus ihrem Umfeld würden für Eingriffe dorthin reisen. Sie wolle deshalb „auf die Gefahren von Operationen im Ausland aufmerksam machen, aber auch auf die Folgen für die Familien.” (nha)
Verwendete Quellen: 20 Minuten


