Tragödie am Silvesterabend in der SchweizArthur, Achille, Chiara, Emanuele und Giovanni sind die jungen Todesopfer von Crans-Montana
Tagelang bangten Freunde und Familie um ihre Liebsten.
Nun gibt es für einige traurige Gewissheit. Mindestens 40 Menschen kamen am Silvesterabend in der Bar „Le Constellation” im schweizerischen Nobel-Skiort Crans-Montana ums Leben. Mehrere Todesopfer konnten inzwischen identifiziert werden. „Unser Arthur feiert nun im Himmel”, schreibt eine Mutter auf Facebook.
Mutter trauert öffentlich um Arthur Brodard

Laetitia Brodard-Sitre suchte nach der Katastrophe in der Bar „Le Constellation” mehrere Tage lang nach ihrem 16-jährigen Sohn. „Ich lebe in einem Albtraum, einem wahren Albtraum. Entweder finde ich meinen Sohn in der Leichenhalle oder in einem kritischen Zustand. Es ist furchtbar”, sagte die Schweizerin, die in der Nähe von Lausanne lebt, der britischen BBC. Sie selbst hat nun auf Facebook bekannt gegeben, dass Arthur zu den mindestens 40 Todesopfern gehört. „Nun können wir mit unserer Trauer beginnen, im Wissen, dass im Licht Frieden liegt“, schrieb die trauernde Mutter am Sonntag (4. Januar).
Gleichzeitig bedankte sich Laetitia Brodard-Sitre bei allen, die ihr in den vergangenen Tagen Unterstützung angeboten hätten. Die Anteilnahme im Netz ist groß, innerhalb kürzester Zeit hatte der Post mehr als 3.000 Kommentare.
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Italien trauert um Giovanni, Achille und Emanuele
Zu den identifizierten Todesopfern gehören auch die italienischen Jugendlichen Giovanni Tamburi, Achille Barosi und Emanuele Galeppini. Der 16-jährige Giovanni stammte aus der Region Bologna. Ein Freund gab laut der sardinischen Zeitung L’Unione Sarda an, ihn bei der Flucht aus dem Lokal aus den Augen verloren zu haben. „Wir stehen an der Seite der Familie und der Angehörigen von Giovanni Tamburi, denen wir im Namen der gesamten Region unser tiefstes Beileid und unsere Solidarität aussprechen”, sagte Michele de Pascale, der Präsident der Region in einer Mitteilung wie der italienische Sender RAI berichtet. „Diese Nachricht erfüllt uns mit noch größerem Schmerz: Was geschehen ist, ist wirklich furchtbar.”

Der 16-Jährige Achille Barosi sei am Silvesterabend gegen 1.30 Uhr zurück in die Bar gegangen, um seine Jacke und sein Handy zu holen, heißt es bei der BBC. Genau zu diesem Zeitpunkt brach das Feuer aus. „Wir hoffen, dass er in einem der Krankenhäuser ist”, sagte seine Tante Francesca am Freitag (2. Januar). Die Familie hoffte vergeblich, denn inzwischen hat der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, bekannt gegeben, dass der Teenager unter den Toten ist, berichtet Milano Today.
„Dann, ohne Vorwarnung, bricht die Welt zusammen”
Durch eine DNA-Analyse konnte auch das Schicksal des vermissten Mädchens Chiara Costanzo geklärt werden. Ihr Vater Andrea bestätigt der italienischen Zeitung Corriere della Sera: „Ich habe gerade den Anruf erhalten, den ein Vater niemals erhalten sollte. Ein dumpfer, unsagbarer Schmerz: Meine geliebte Chiara ist nicht mehr bei uns.“ Die 16-Jährige feierte mit Freunden in „Le Constellation”, um auf das neue Jahr anzustoßen. Sie gehörte zu einer 15-köpfigen Gruppe junger Menschen aus Mailand, nur acht von ihnen konnten dem Inferno entkommen.
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Für Andrea Costanzo sei durch den Tod der Tochter die Welt zusammengebrochen: „Man ist nie darauf vorbereitet. (...) Es ist unnatürlich für einen Vater, seine Tochter zu verlieren.”
Verwendete Quellen: BFMTV, BBC, Rai News, dpa, Corriere della Sera, Milano Today, L’Unione Sarda


