Sie gibt nicht auf 150 Meter geschafft! Brandopfer Mélanie kämpft sich nach Crans-Montana-Katastrophe zurück ins Leben

„Für die Welt sind das kleine Siege. Für mich sind es Heldentaten.“
41 Partygäste sterben bei der Silvester-Katastrophe von Crans-Montana, mehr als 100 werden schwer verletzt. Eine von ihnen ist Mélanie. Die Mutter einer kleinen Tochter kämpft sich seit der Tragödie zurück ins Leben.
Nach Brand-Katastrophe in der Schweiz – Opfer Mélanie berichtet von dritter Transplantation
Bei der Feuer-Katastrophe in Crans-Montana wird Mélanie van de Velde schwer verletzt. Rund 40 % ihrer Haut sind verbrannt. Hinter ihr liegen Wochen voller Schmerz aufgrund ihrer zahlreichen Verletzungen – sowohl innerlich als auch äußerlich! Seit 54 Tagen liegt sie im Krankenhaus und kämpft! „Ich bin immer noch da“, teilt sie in einem emotionalen Brief auf Facebook. „Vor sechs Tagen bin ich wieder in den OP gegangen. Nicht zum ersten Mal. Nicht für die zweite. Aber für eine dritte Transplantationsoperation“, schreibt die 32-Jährige.
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Bereits kurz nach der Brand-Katastrophe in der Schweiz erklärte der medizinische Direktor des Universitätsspital Lausanne, Prof. Matthias Roth-Kleiner, wie dramatisch der Heilungsprozess von Brandopfern ist. „Man spricht so etwa pro Prozent Verbrennungsoberfläche, großflächig tiefgreifenden Verbrennungsflächen, von einem Tag Hospitalisation auf einer Intensivstation. Also für 50 bis 60 Prozent sprechen wir von zwei Monaten.“
Wie schmerzhaft das Ganze ist, macht auch Mélanie in ihrem emotionalen Brief deutlich. Bei der OP sei Haut der Oberschenkel entnommen und transplantiert worden – zum dritten Mal. „Der Schmerz bei der Entnahme von Transplantaten ist ein Schmerz, den man nicht vergisst. Er brennt. Er zieht. Er hindert einen daran, sich zu bewegen. Er macht sich bei jedem Atemzug bemerkbar“, schreibt Mélanie. „Es ist ein Leiden, das keine Worte wirklich beschreiben können, aber mein Körper wird es nie vergessen.“
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Melanie kämpft sich nach Brand in „Le Constellation“ zurück – „für mich sind es Heldentaten“
Doch trotz der Tortur gibt Mélanie nicht auf! Seit zwei Tagen kann die Mutter einer Tochter wieder alleine essen. „Meine Hände zittern noch, aber ich esse alleine.“ Und noch einen weiteren Meilenstein hat die 32-Jährige erreicht: „Und heute bin ich 150 Meter gelaufen. 150 Meter, die von mir eine enorme Kraft verlangten. 150 Meter mit Schmerzen gewonnen. 150 Meter, die mehr Mut erforderten, als manche sich ihrer Verantwortung stellen werden. „Für die Welt sind das kleine Siege. Für mich sind es Heldentaten.“
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Und trotzdem lässt sie eines nicht los: „Ich baue meine Selbstständigkeit Zentimeter für Zentimeter wieder auf, während andere weiterhin ein normales Leben führen, ohne Schmerzen schlafen, ohne nachzudenken gehen, ihren Körper betrachten, ohne die Spuren einer Nacht zu sehen, die alles verändert hat. Die Wahrheit ist, dass die Zeit nicht für alle auf die gleiche Weise stehen geblieben ist.“
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Brandopfer von Crans-Montana will nicht vergessen werden
Und dafür kämpft Mélanie aus dem Krankenhaus heraus. „Einige haben ihr Leben zurückgeholt. Ich baue ein neues auf verbrannten Fundamenten“, schreibt sie weiter. Ihr Appell: „Vergesst nicht, dass es während der Rede von Anhörungen und Verfahren Opfer gibt, die weiterhin wirklich, physisch und tief leiden. Man sollte nicht vergessen, dass Gerechtigkeit nicht nur mit Worten gespielt wird, sondern auch mit Anerkennung dessen, was die Opfer noch ertragen.“
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Neben Mélanie und 114 weiteren Verletzten sind bei dem Brand in der Bar „Le Constellation“ 41 Menschen ums Leben gekommen. Die Ermittler vermuten, dass die Brandkatastrophe durch an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst wurde, die der Decke zu nahe kamen. Ermittlungen sollen nun Aufschluss über die genauen Umstände des Brandes geben und klären, ob die Eigentümer der Bar gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen haben.
Verwendete Quellen: Facebook
































