Feuerkatastrophe in der SchweizSechs Menschen sterben bei Busbrand in Kerzers – jüngstes Opfer ist erst 16 Jahre alt

von Larissa Thomé, Yannick Seeber und Johanna Werning

Er hatte sein gesamtes Leben noch vor sich!
Sechs Menschen sterben bei dem verheerenden Busbrand im schweizerischen Kerzers. Nun nennt die Polizei Details zu den Opfern. Unter anderem kommt ein 16-Jähriger in den Flammen ums Leben, er ist das jüngste Opfer des Infernos.

Schrecklicher Busbrand in Kerzers: „Alle Opfer identifiziert“

Feuerwehrleute verdecken den Bereich vor der verkohlten Hülle eines ausgebrannten Linienbusses. Bei einem schweren Brand in einem Linienbus sind in der Schweiz sechs Menschen ums Leben gekommen.
Feuerwehrleute verdecken den Bereich vor der verkohlten Hülle eines ausgebrannten Linienbusses.
hjb, Alessandro Della Valle/KEYSTONE/, Alessandro Della Valle

„Nach dem tragischen Brand, der sich gestern in Kerzers in einem Bus ereignet hat, konnten alle Opfer identifiziert werden“, teilt die Kantonspolizei am späten Mittwochabend mit. „Der mutmaßliche Brandstifter gehört zu den Todesopfern. Es handelt sich um einen 65-jährigen Schweizer mit Wohnsitz im Kanton Bern.“

Auch ein 16-jähriger Jugendlicher kam bei dem Brand ums Leben. Zudem starben der 63-jährige Busfahrer, ein weiterer Mann (29) und zwei Frauen im Alter von 25 und 39 Jahren, so die Polizei. Unter den Todesopfern sei die Radiomoderatorin des Senders Energy Bern sein, wie der Radiosender selbst auf Instagram mitteilt. Auch die Schweizer Zeitung Blick berichtet über den Tod der Radiomoderatorin Lara Baumgartner, gibt jedoch an, dass sie 26 Jahre alt sei: „Radio Energy, das wie Blick zu Ringier gehört, hat seine Mitarbeitenden aber heute Mittag bereits informiert“, hieß es am Mittwoch, noch bevor die Opfer offiziell identifiziert wurden. Alle Todesopfer seien „Schweizer Staatsangehörige und in der Region wohnhaft“, so die Kantonspolizei weiter.

Auch die Verletzten wurden identifiziert, auch sie stammen alle aus der Region. „Es handelt sich um zwei Männer im Alter von 34 und 61 Jahren sowie zwei Frauen im Alter von 27 und 56 Jahren, alle Schweizer Staatsangehörige, und einen 32-jährigen, kosovarischen Staatsangehörigen.“ Sowohl die 56-Jährige als auch der 34-Jährige befinden sich weiterhin im Krankenhaus.

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Ermittlungen zum Busbrand in Kerzers laufen

„Die Ermittlungen werden fortgesetzt, um die genauen Umstände dieses Dramas aufzuklären“, teilt die Polizei außerdem mit. Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass es sich bei dem 65-jährigen Tatverdächtigen um einen psychisch labilen Mann handelt.

Bei dem Busbrand in der Schweiz sind mehrere Menschen gestorben.
Bei dem Busbrand in der Schweiz sind mehrere Menschen gestorben.
Laurent Gillieron/KEYSTONE/dpa/ SWITZERLAND OUT

Er sei am Dienstag mit Säcken in der Hand in den Bus eingestiegen und habe sich nach Angaben von Zeugen eigenartig verhalten, sagte Generalstaatsanwalt Raphaël Bourquin in einer Pressekonferenz. Plötzlich habe sich der Schweizer mit einer entflammbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet. Die Ermittler stehen laut Bourquin in Kontakt mit der Familie des Mannes. Er werde als Person beschrieben, die am Rande der Gesellschaft gelebt habe, sagte der Generalstaatsanwalt.

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Der mutmaßliche Brandstifter sei zuvor eher im medizinischen Bereich als im Bereich der Strafverfolgung bekannt gewesen, erklärte der Staatsanwalt. Nur wenige Stunden vor der Tat sei der Mann als vermisst gemeldet worden. Eine Suche sei eingeleitet worden, die Polizei habe eine Fremd- oder Selbstgefährdung abgeklärt. Kontakte mit Verwandten und Bezugspersonen hätten aber keine Hinweise auf eine Gefährdung ergeben, hieß es.

Die Behörden schließen einen terroristischen Hintergrund aus, hieß es bei der Pressekonferenz, an der Vertreter des Kantons, der Polizei und der Justiz teilnahmen.

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Trauerfeier für Opfer des Busbrandes

Am Mittwochabend fand eine Trauerfeier für die Opfer des Busbrandes statt. „Die Gemeindebehörde von Kerzers bekundet ihre Betroffenheit mit den Familien und Angehörigen der Opfer“, hieß es auf der offiziellen Homepage des Ortes. „Wir sind in Gedanken mit allen Personen, die vom Ereignis betroffen sind.“

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Polizei, Gemeinde Kerzers und dpa