Sie schafften es aus der brennenden Bar zu fliehen„Die ganze Decke stand in Flammen“ – Emma und Albane überleben den Silvester-Horror ins Crans-Montana
„Es herrschte absolute Panik, alle schrien.“
Die beiden jungen Französinnen Emma und Albane feiern im Schweizer Skiort Crans-Montana ins neue Jahr, als plötzlich Feuer ausbricht. Dutzende Menschen in der Bar „Le Constellation“ sterben, etwa 100 werden verletzt. Im Interview mit dem Sender BFMTV erzählen die beiden, was sie in der Horrornacht erlebt haben.
War eine Kerze der Auslöser für das Feuer?
Die beiden berichten, dass das Feuer durch eine Art Geburtstagswunderkerze ausgelöst worden sein soll, die die Kellner auf einer Champagnerflasche aufgestellt hatten. Offenbar griffen die Funken der Wunderkerze auf die Holzdecke des Lokals über. Innerhalb kürzester Zeit soll es dann lichterloh gebrannt haben.
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Die beiden Französinnen erzählen im Interview, dass die Gäste in der Bar angefangen hätten zu schreien und Richtung Ausgang rannten. „Die Ausgangstür war im Vergleich zur Anzahl der Anwesenden ziemlich klein. Jemand hat ein Fenster eingeschlagen, damit die Leute herauskommen konnten“, erzählen die Freundinnen dem Sender.

Emma und Albane können sich gerade noch vor den Flammen retten
Die beiden jungen Frauen können unverletzt aus dem Lokal fliehen – aber auch für sie sei es knapp gewesen, berichten sie. Eine der beiden sei in der Menschenmenge sogar noch die Treppe heruntergestoßen worden. „Die Flammen waren nur einen Meter von uns entfernt. Wären wir nicht geflohen, wären wir mit Sicherheit auch verletzt worden“, erklären sie in dem Interview.

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Nur ein paar Minuten nach dem Ausbruch des Feuers seien schon die ersten Feuerwehrleute am Unglücksort gewesen, berichten Emma und Albane. Für viele der Gäste war es da aber wohl bereits zu spät. Die Flammen breiteten sich so schnell auf das Gebäude aus, dass mehrere Dutzend Menschen bei dem Unglück ums Leben kommen. Wie viele genau, ist bisher noch unklar. Laut italienischen Behörden soll die Schweizer Polizei aber von etwa 40 Todesopfern ausgehen.

Augenzeuge sah brennende Menschen aus der Bar rennen
Ein weiterer Zeuge erzählt der Schweizer Zeitung Tagesanzeiger, dass er wenige Minuten nach der Explosion an der Bar gewesen sei. Dort hätten sich „Szenen wie im Krieg” abgespielt. Aus dem Lokal sei dichter Rauch gequollen, brennende Menschen seien schreiend ins Freie gerannt. Andere hätten vor der Bar leblos am Boden gelegen.
Feuer in Crans-Montana zerstört fröhliche Silvesterstimmung
Eine Touristin aus Stuttgart steht unter Schock: „Wir haben mit der Familie in unserer Ferienwohnung Silvester gefeiert”, sagte Christina Lutz der Deutschen Presse-Agentur. „Die Kinder von Freunden sind gestern Abend in der Bar gewesen. Ihnen ist zum Glück nichts passiert, aber sie haben offenbar viele Freunde verloren.”
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Eine Anwohnerin sagte 24 heures, einer Zeitung in Lausanne, als sich das Unglück ereignet habe, seien die Silvester-Feierlichkeiten in Crans-Montana „in vollem Gange” gewesen, der Champagner sei „in Strömen geflossen”. Nach Ausbruch des Feuers sei die sorglose Stimmung in Crans-Montana verflogen und Menschen hätten sich auf den Straßen versammelt. „Wir konnten in der Ferne die Sirenen hören”, schilderte die Anwohnerin. „Die Menschen um mich herum waren fassungslos, besorgt, still.”
Ein weiterer Anwohner sagte der Zeitung, wegen der Silvesterfeuerwerke habe er zuerst nicht verstanden, was vor sich gehe. „Dann haben wir den Rauch gesehen. Es ist furchtbar, viele junge Menschen gehen in diese Bar.”

Krankenhaus wird plötzlich mit Verletzten überrollt
Eine weitere Zeugin, die mit ihrer Mutter gerade im Krankenhaus in Sitten war, sagte dem Portal Le Nouvelliste: „Ich habe Dinge gesehen, die ich lieber nie gesehen hätte.“ Die Notaufnahme sei von den Opfern des Brandes plötzlich überrollt worden. „Eine Krankenschwester bat alle, zu gehen und am nächsten Tag wiederzukommen. Sie meldete die Ankunft von etwa dreißig Opfern“, erinnert sich die Frau. „Dann brach das Chaos aus. Von überall her kamen Menschen an, Schwerverletzte in Autos, es roch verbrannt.“
Die Ermittlungen zur genauen Ursache des Unglücks in dem Schweizer Nobel-Skiort laufen noch. Auch zur Herkunft und Identität der Opfer ist noch nichts bekannt. Die Behörden gehen aber davon aus, dass auch ausländische Feriengäste unter den Toten sein könnten. (mit dpa, AFP)
Verwendete Quellen: BFMTV , dpa, AFP, Le Nouvelliste


