Fünf Saudis zwei Jordanier totWegen Drogen: Saudi-Arabien richtet sieben Männer hin

Mohammed bin Salman bin Abdelasis Al Saud, Kronprinz und Ministerpräsident von Saudi-Arabien, kommt aus dem Yamama-Palast, um Bundespräsident Steinmeier zu begrüßen. Bundespräsident Steinmeier besucht bei seiner viertägigen Reise die Länder Saudi-Arabien, Jordanien und die Türkei.
Kronprinz Mohammed bin Salman will das Image Saudi-Arabiens eigentlich verbessern.
picture alliance/dpa / Bernd von Jutrczenka

Saudi-Arabien will sich mit Lockerungen und großen Sportereignissen als ein modernes Land darstellen. Doch im vergangenen Jahr wurde im Schnitt fast jeden Tag ein Mensch hingerichtet - in vielen Fällen trifft es auch Ausländer.

An einem einzigen Tag sind in Saudi-Arabien sieben Menschen hingerichtet worden. Der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge handelt es sich bei den am Sonntag in der Region Riad hingerichteten Menschen um fünf Staatsangehörige Saudi-Arabiens und zwei Jordanier. Sie seien wegen Drogendelikten zum Tode verurteilt worden. Sie sollen Amphetaminpillen in das Königreich geschmuggelt haben.

Seit Anfang des Jahres habe es in Riad bereits 38 Hinrichtungen im Zusammenhang mit Drogenvergehen gegeben. Dies entspricht laut einer AFP-Zählung auf der Grundlage offizieller Daten dem Großteil der insgesamt 61 vollstreckten Hinrichtungen. 33 der Hingerichteten waren demnach ausländische Staatsangehörige - womit Ausländer den Großteil der in diesem Jahr Hingerichteten ausmachten.

Im vergangenen Jahr hatte die Zahl der Hinrichtungen in Saudi-Arabien zum zweiten Mal in Folge einen traurigen Rekordwert erreicht: Die Behörden richteten 356 Menschen hin, 243 davon wegen Drogendelikten. 2024 hatten insgesamt 338 Hinrichtungen stattgefunden.

Saudi-Arabien hatte die Vollstreckung der Todesstrafe in Zusammenhang mit Drogendelikte rund drei Jahre lang ausgesetzt - Ende 2022 wurden die Hinrichtungen wieder aufgenommen. Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten Märkte für die Aufputschdroge Captagon. Unter dem inzwischen gestürzten syrischen Machthaber Baschar al-Assad hatte Syrien sich der UNO zufolge zum Hauptproduzenten von Captagon im Nahen Osten entwickelt.

Das Bild, das Saudi-Arabien demonstrativ nach außen zeichnen will, ist ein anderes: Kronprinz Mohammed bin Salman hat dem Land weitreichende Reformen verordnet: Mehr Rechte für Frauen, ein Nachtleben für die junge Bevölkerung, internationale Sportgroßereignisse wie die Fußball-WM 2034 und eine Öffnung für den Tourismus. Doch hinter den gigantischen Visionen des Reformprojekts Vision 2030 bleibt die Menschenrechtslage düster: Jegliche Kritik an der Königsfamilie wird brutal sanktioniert - und Massenhinrichtungen gehören zum Alltag.

Saudi-Arabien gehört zu den Ländern, in denen weltweit am häufigsten die Todesstrafe verhängt wird. Mehr Hinrichtungen als in Saudi-Arabien gibt es laut Menschenrechtsorganisationen nur in China und dem Iran.

Verwendete Quellen: uzh/AFP