Terroranschlag auf Bahnstrecke?Haarscharf an einer Katastrophe vorbei – unbekannte Täter stellten Signale auf „Freie Fahrt”

Die Bahn handelte sofort!
Ein aufmerksamer Lokführer aus Sachsen hat möglicherweise ein schreckliches Bahnunglück verhindert. In der Nacht zu Donnerstag (26. März) fiel ihm auf, dass mehrere Signale fälschlich „Freie Fahrt” meldeten. Er informierte umgehend den Leitstand der Bahn.
Signale zeigten an „Strecke frei”
Unbekannte haben in Sachsen anscheinend versucht, Züge der Regionalbahn RB 110 kollidieren zu lassen. Donnerstagfrüh gegen 2 Uhr bemerkte ein wachsamer Lokführer eine Fehlstellung von Signalen zwischen Leipzig und Döbeln. Sein Leitstand handelte sofort und sperrte die Strecken.
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Bei weiteren Untersuchungen kam Unfassbares ans Licht, wie das Online-Portal Tag24 schreibt. Die Täter hatten im Bereich der Bahnhöfe von Beucha und Naunhof im Landkreis Leipzig die Signale der Masten manipuliert. Sie zeigten „Strecke frei” an – und zwar dauerhaft! Zusammenstöße von Zügen waren so vorprogrammiert. Bereits um kurz nach 4 Uhr früh wäre ein Pendlerzug in Richtung Leipzig gefahren.
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Wurde ein Terroranschlag verhindert?
Vor Ort soll laut Tag24 ein Bahn-Mitarbeiter von einem möglichen „Terroranschlag” gesprochen haben. Und auch das PTAZ (Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum) des Landeskriminalamtes Sachsen war im Einsatz. Kay Anders, Sprecher des LKAs: „Wir ermitteln zunächst wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.” Kriminaltechniker aus Dresden sicherten Spuren an den manipulierten Anlagen.
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Ein Bekennerschreiben sei nicht eingegangen. Auch zu einem eventuellen politischen Hintergrund gab es zunächst keine greifbaren Erkenntnisse. Die Signalanlagen seien den ersten Ermittlungen zufolge vermutlich zwischen 22.00 und 1.45 Uhr nachts manipuliert worden. Die Polizei bat um Hinweise aus der Bevölkerung.
Verwendete Quellen: dpa, Tag24




