Nach Gift-Schock bei Hipp „Die Zeit läuft ab“ – wollte Ex-Mitarbeiter sich rächen?

Vergiftete Babynahrung, Millionenforderung!
Im Fall der Hipp-Erpressung rückt der frühere Mitarbeiter, der in Untersuchungshaft sitzt, weiter ins Visier. Vor allem sein dubioses Luxusleben wirft offenbar brisante Fragen auf.
Kündigung – und kurz darauf die Drohung
Ein Ex-Mitarbeiter von Hipp sitzt in Eisenstadt in Österreich in Untersuchungshaft. Laut Berichten wird er rund um die Uhr überwacht, auch zu seinem eigenen Schutz. Der 39-Jährige soll mehrere Gläschen des Herstellers mit Rattengift verseucht und die Firma erpresst haben. Besonders verstörend: Der Mann soll selbst Vater von drei Kindern sein.
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Wie die Kronen Zeitung berichtet, soll der Mann Ende März zu einem Entlassungsgespräch in der Hipp-Niederlassung im österreichischen Gmunden einbestellt worden sein. Dieses habe er kurzfristig von 11 auf 13 Uhr verschoben. Der Grund dafür rückt später in den Fokus. Denn laut Bericht geht um 11.55 Uhr beim Unternehmen die erste Drohung ein – mit den Worten „Die Zeit läuft ab“.
Zufall? Oder ein perfider Racheakt? Angeblich habe der Ex-Mitarbeiter „auffällig gut gelaunt“ gewirkt, als er später zum Termin erscheint – trotz Jobverlust. Auch Hinweise auf verwendete Aufkleber führen laut Bericht zu seinem ehemaligen Arbeitsplatz.
Millionenforderung und Rattengift-Fund: Verdächtiger bestreitet Vorwürfe
Zwei Millionen Euro – zahlbar in Kryptowährung – soll der mutmaßliche Täter bei der Erpressung von Hipp gefordert haben. In der Eigentumswohnung des Hauptverdächtigen ist laut Staatsanwaltschaft Rattengift gefunden worden. Sein Anwalt erklärt das mit landwirtschaftlichen Tätigkeiten in der Heimat des Mannes. Der Verdächtige bestreitet die Vorwürfe. Die Behörden sollen derzeit auch Fahrzeugdaten auswerten, ob sich der Beschuldigte an möglichen Tatorten aufgehalten hat. Eins der vergifteten Gläser soll weiterhin nicht gefunden worden sein.
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Luxusleben wirft neue Fragen auf
Neben den Vorwürfen rund um die manipulierten Gläser sollen laut Kronen Zeitung weitere Vergehen geprüft werden. Dem Bericht zufolge, soll der 39-Jährige eine Eigentumswohnung in St. Gilgen besitzen und sich kurz vor seiner Festnahme zusätzlich ein Grundstück mit Blick auf den Wolfgangsee gesichert haben – Wert rund 600.000 Euro. Dazu kommen offenbar ein Range Rover, teure Designer-Kleidung und luxuriöse Reisen. Finanziert haben soll sich der Mann den luxuriösen Lebensstil größtenteils über Kredite. Nach außen präsentierte er sich angeblich als erfolgreicher Ingenieur und Extremsportler.

Die Ermittler sollen laut Bericht auf seinem Dienstcomputer manipulierte Gehaltsnachweise entdeckt haben. Demnach habe der Mann sein Einkommen von rund 3.500 Euro netto auf über 10.000 Euro hochgerechnet, um weitere Kredite zu erhalten. Mit diesen Unterlagen soll er bei einer Bank sogar rund 900.000 Euro bekommen haben, heißt es laut Kronen Zeitung.
Konkrete Angaben zur Person des Hauptverdächtigen bestätigt die Staatsanwaltschaft auf RTL-Anfrage nicht. Am 19. Mai endet die Haftfrist. Anfang kommender Woche soll es nach RTL-Informationen einen Haftprüfungstermin geben, bei dem geprüft wird, ob die Gründe für die U-Haft weiter vorliegen.
Verwendete Quellen: Kronen Zeitung, heute.at, Bild, dpa


