Prozess um getötete Drillings-Mama beginntLockte Thomas H. seine Ehefrau mit einem Valentinstagsgeschenk in den Tod?

Die Anteilnahme ist riesig.
Vor dem Landgericht Osnabrück stehen am Mittwochmorgen (5. August) Dutzende Menschen Schlange, um einen Platz im Gerichtssaal zu bekommen. Rund 75 Zuschauer verfolgen den Prozess gegen Thomas H. – viele mit Tränen in den Augen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seine Ehefrau Jessica H., Mutter ihrer damals siebenjährigen Drillinge, heimtückisch ermordet zu haben.
Riesiger Andrang – Zuschauer kämpfen um einen Platz
Die Sitzplätze im Saal sind bis auf den letzten Platz belegt. Für zusätzliche Sicherheit sorgen insgesamt fünf Justizvollzugsbeamte. Die Anteilnahme ist groß, doch für viele Bekannte der Familie ist der Prozess auch schwer zu ertragen. Freunde, mit denen RTL vor dem Verhandlungsbeginn spricht, zeigen sich noch immer fassungslos. Sie hätten die Getötete seit der Grundschule gekannt. Für sie sei die Tat völlig unerwartet gekommen. Als die Staatsanwaltschaft die Anklage verliest, kämpfen zahlreiche Zuschauer mit den Tränen.

Vorwurf: Mit Valentinstagsgeschenk in die Falle gelockt
Die Anklage zeichnet ein erschütterndes Bild. Thomas H. soll seine Frau am 12. Februar unter einem Vorwand in den Hobbyraum neben der Garage ihres Wohnhauses in Wallenhorst gelockt haben. Angeblich habe dort noch ein Valentinstagsgeschenk auf sie gewartet. Doch stattdessen soll der 46-Jährige zugestochen haben – sechsmal in die rechte Halshälfte, viermal in die linke Halshälfte und einmal in den Brustkorb. Laut Anklage stirbt Jessica H. innerhalb kürzester Zeit. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die Arg- und Wehrlosigkeit seiner Ehefrau bewusst ausgenutzt und sie heimtückisch ermordet zu haben.
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Als mögliches Motiv nennt die Anklage massive finanzielle Probleme. Demnach soll der Angeklagte ein exzessives Kauf- und Spielverhalten gehabt und sein Geld aufgebraucht haben. Zudem soll er außereheliche Sexualkontakte vor seiner Frau verheimlicht haben. Gleichzeitig habe sich die Familie wegen der Betreuung ihrer drei Kinder, die laut Anklage teilweise förderbedürftig gewesen seien, in einer belastenden Situation befunden. Am Tattag habe sich der Angeklagte eigentlich auf die Abfahrt zu einer Reha seines Sohnes vorbereitet.
Nach der Tat soll Thomas H. selbst den Notruf gewählt haben. Laut Anklage erklärte er dort, er wisse nicht, was passiert sei. Er habe seine Frau blutüberströmt gefunden. Doch die Ermittlungen ergaben laut Staatsanwaltschaft ein anderes Bild.
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Drei Kinder verlieren beide Eltern
Der Fall erschüttert Niedersachsen seit der Tat im Februar. Damals hatte ein Jogger zwei der weinenden Drillinge auf der Straße entdeckt. Die Kinder suchten verzweifelt ihre Mutter. Wenig später fanden Einsatzkräfte die 39-Jährige tot im Schuppen hinter dem Wohnhaus.

Die damals siebenjährigen Drillinge leben inzwischen innerhalb der Familie bei Verwandten. Der Vater sitzt in Untersuchungshaft. Das Landgericht Osnabrück hat zahlreiche Verhandlungstage bis Oktober angesetzt. Dann soll geklärt werden, warum genau die dreifache Mutter getötet wurde.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche



