Sein kurioses Büro-Möbel muss wegNach heftiger Kritik: CDU-Politiker Amthor gibt Strandkorb auf

09.09.2026, Philipp Amthor, CDU, Politiker, Portraet im Bundeskanzleramt in Berlin, Staatsminister für Bund-Länder-Beziehungen, in einem Strandkorb aus Mecklenburg-Vorpommern auf dem Balkon seines Büro, Berlin Deutschland, Germany *** September 9, 2026, Philipp Amthor, CDU, politician, portrait at the Federal Chancellery in Berlin, Minister of State for Federal-State Relations, sitting in a beach chair from Mecklenburg-Western Pomerania on the balcony of his office, Berlin, Germany
Jetzt muss sich Philipp Amthor schon wieder von seinem Strandkorb im Kanzleramt trennen.
IMAGO/Berlinfoto

Das Strandkorb-Gate währt nur kurz: In einer Doku ist zu sehen, wie der CDU-Politiker Amthor stolz einen Strandkorb im Kanzleramt präsentiert. Dann hagelt es Kritik und Amthor reagiert.

Der CDU-Politiker Philipp Amthor verzichtet nach umfassender Kritik auf seinen Strandkorb in seinem Büro im Kanzleramt. Amthor habe entschieden, „dass der Strandkorb abtransportiert wird“, erklärte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer. Er werde zurück in Amthors Heimat „nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht“.

„Der Strandkorb steht für Verbundenheit zur Heimat bei Herrn Amthor“, sagte Meyer. „Er wurde im Wahlkreis des Staatsministers auf der Insel Usedom gefertigt.“ Amthor habe diesen als „sichtbares Symbol seiner Heimat in das Bundeskanzleramt mitnehmen“ wollen. Meyer betonte, Amthor habe „den Strandkorb privat gekauft und Anlieferungen wie Aufbau privat gezahlt“. Die Kritik nehme der Staatsminister „sehr ernst“, weshalb er den Strandkorb nun wieder entfernen lasse.

Mit einem Strandkorb auf dem Balkon des Kanzleramts hat der CDU-Politiker Philipp Amthor für Spott und kritische Reaktionen in den sozialen Netzwerken gesorgt. In einer Folge der jüngst veröffentlichten zweiten Staffel der ZDF-Dokumentation „Inside CDU“ ist der 33-Jährige zu sehen, wie er den Strandkorb auf den Balkon vor seinem Büro bringen lässt.

„Ja, das sieht doch super aus“, sagt er, als das gute Stück vom Lieferanten ins Freie gerollt wird. Dann spricht er darüber, wie es ausgerichtet werden sollte. „Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich den mal nutze zum Erholen, dann kann ich mir den immer noch in den Kanzlergarten drehen“, sagt Amthor.

Die Szene im Kanzleramt löste etliche Reaktionen in den sozialen Netzwerken aus. Mehrere Instagram-Nutzer schrieben, sie hätten zuerst gedacht, dass es sich um Satire handle oder um KI-generierte Inhalte. Andere warfen Amthor Überheblichkeit vor, einer sprach gar von „spätrömischer Dekadenz im Endstadium“. Im Vergleich mit Amthor wirke der Sonnenkönig Ludwig XIV. „wie ein bodenständiger Dude“ amüsierte sich auf X Christopher Pietsch, der wie Amthor ebenfalls Christdemokrat ist.

Einige Nutzer nahmen die Szene aber auch mit Humor. „Ach irgendwie ist das lustig mit dem Strandkorb. Ich gönne ihm den Strandkorb“, schrieb eine Nutzerin unter einem Beitrag. Der Instagram-Beitrag wurde bis zum Mittag rund 1900 Mal kommentiert.

Amthor wird bereits vor seinem Wechsel ins Kanzleramt ebenso als politisches Talent wie als politische Reizfigur angesehen. Mit nur 24 Jahren war er 2017 erstmals in den Bundestag eingezogen. Bis vor Kurzem war er Digital-Staatssekretär, seit knapp zwei Monaten ist er Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt. Er stammt aus Mecklenburg-Vorpommern, wo Strandkörbe die Strände an der Ostseeküste säumen.

Verwendete Quellen: ghö/dpa/AFP