Bei Ostermärschen Zehntausende demonstrieren für Frieden

On Saturday, April 4, 2026, demonstrators gathered at Mauerpark in Berlin for an Easter peace march, where speakers and participants called for an end to military escalation and international conflicts. Protesters held signs opposing U.S. President Donald Trump, German Chancellor Friedrich Merz and Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu, while calling for peace and an end to what they described as war and aggression. During speeches, participants urged the closure of U.S. military bases in Germany, including Ramstein Air Base, and criticized NATO policies and increased defense spending. Demonstrators carried a range of banners and flags, including Palestinian flags, Iranian flags, and peace flags featuring dove symbols. Some signs called for an end to what protesters described as war drivers, while others expressed opposition to U.S. and Israeli military actions and showed solidarity with Russia. A Statue of Liberty prop covered in red paint and holding an oil barrel is seen among the crowd. Additional banners criticized NATO and called for diplomatic solutions instead of continued military support in ongoing conflicts. (Photo by Michael Kuenne/PRESSCOV/Sipa USA)
Die Demonstranten beklagen "israelische und US-amerikanische Aggressionen".
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Am Osterwochenende gehen Menschen in ganz Deutschland für Frieden auf die Straße. Die Organisatoren sprechen von einer Beteiligung auf dem Niveau des Vorjahres. Die Zahlen der Polizei zeichnen jedoch ein anderes Bild.

Mehrere zehntausend Menschen haben nach Angaben der Veranstalter über das Osterwochenende an den traditionellen Ostermärschen teilgenommen. „An deutlich über 100 Orten im gesamten Bundesgebiet“ hätten Menschen für „Frieden, Abrüstung und zivile Konfliktlösungen demonstriert“, erklärte das Netzwerk Friedenskooperative am Ostermontag. Die Teilnehmerzahl sei „auf dem Niveau des Vorjahres mit einer leichten Tendenz der Steigerung“. Die Infostelle Ostermarsch sprach von bundesweit über 120 Aktionen.

Erste Aktionen hatten am Donnerstag und Freitag stattgefunden. Karsamstag ist traditionell der Haupttag der Ostermärsche. Nach Polizeiangaben blieben große Menschenmassen dabei aber die Ausnahme: In Stuttgart kamen demnach am Samstag rund 3000 Menschen zum Ostermarsch zusammen, in Berlin etwa 1600, in Duisburg waren es 300. Am Ostersonntag fanden vereinzelte Veranstaltungen statt, am Ostermontag noch einmal rund 30 Demonstrationen, unter anderem in Dresden und Hamburg.

Durch „neue Friedensinitiativen vor allem in kleineren Städten konnte die Beteiligung bei den Ostermarsch-Aktionen mit Mahnwachen, Friedensgottesdiensten und Kundgebungen erhöht werden“, erklärte die Infostelle Ostermarsch. Zugleich erklärte sie, dass „angesichts der kritischen weltweiten Lage eine höhere Beteiligung wünschenswert wäre“.

Im Fokus der diesjährigen Ostermärsche standen die anhaltenden Kriege in Nahost und der Ukraine. Die Friedensbewegung fordert von der Bundesregierung diplomatische Initiativen zur Beendigung der „israelischen und US-amerikanischen Aggressionen“. Sie protestiert zudem gegen die Öl-Blockade von Kuba und die Stationierung von US-Waffen in Deutschland.

Die Ostermärsche sprechen sich gegen eine Wehrpflicht aus, erklärte das Netzwerk Friedenskooperative. „Die Ostermärsche solidarisieren sich mit den jungen Menschen, die nicht zum Dienst an der Waffe gezwungen werden möchten und nicht gewillt sind, ihre persönlichen Freiheiten der Kriegstüchtigkeit zu opfern“, erklärte Kristian Golla von dem Netzwerk.

Die Ostermärsche in Deutschland finden seit den 1960er Jahren statt. Den größten Zulauf verzeichneten sie in den 80er Jahren im Kalten Krieg, als Hunderttausende Menschen daran teilnahmen. In den vergangenen Jahren fiel die Mobilisierung geringer aus.

Verwendete Quellen: bho/AFP