Großeinsatz in Vaihingen an der EnzGift-Alarm bei der Ostereiersuche! Behälter mit alarmierendem Etikett in Garten gefunden
Schock am Ostersonntag!
Zwei Männer haben bei der Ostereiersuche im Garten in Vaihingen an der Enz nordwestlich von Stuttgart ein Fläschchen mit der Aufschrift „Polonium 210” gefunden. Der Fund führte im Kreis Ludwigsburg zu einem Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei. Polonium 210 sei ein potenziell tödliches Strahlengift, teilte Kreisbrandmeister Andy Dorroch mit. Aber war das auch in dem Behälter?
Umweltministerium nimmt den Behälter mit
Der Bereich um den Fundort wurde den Angaben zufolge weiträumig abgesperrt. Die Flasche wurde nach RTL-Informationen vom Umweltministerium mitgenommen. Die Messung sei negativ gewesen und es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, hieß es. Das Ministerium sei nun für die Untersuchung des Inhalts zuständig.
Die Männer hatten in dem Garten am Ortsrand Ostereier gesucht und dabei das weiße Kunststofffläschchen mit rotem Deckel entdeckt, wie der Kreisbrandmeister sagte. Weitere Angaben zu den Männern machte er nicht. Die beiden hätten nach dem Fund den Notruf gewählt. Die Polizei untersucht jetzt, wie die Flasche in den Garten gelangte.

Umweltministerium untersucht das Fläschchen nach Ostern
Die Stadt Vaihingen gab am Ostersonntag schon Entwarnung. In einer Pressemitteilung heißt es: „Für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit eine Gefahr.” Messungen vor Ort mit speziellen Detektoren hätten keinerlei erhöhte Werte ergeben – weder am Behältnis selbst, noch in der Umgebung des Fundortes. Die Anwohner hätten in ihr Haus zurückkehren können. Medizinische Untersuchungen hätten keine Auffälligkeiten ergeben.
Das Gefäß sei noch am Abend von Experten des baden-württembergischen Umweltministeriums abtransportiert und vorerst sicher asserviert worden. Nach den Osterfeiertagen werde das verdächtige Fläschchen geöffnet, gegebenenfalls dekontaminiert und entsorgt. „Erst dann wird feststehen, ob sich eine gefährliche Substanz darin befindet.”
Auch das Umweltministerium geht inzwischen davon aus, dass sich kein Polonium in der kleinen Flasche befindet. Auf RTL-Anfrage teilt eine Sprecherin mit: „Nach ersten Plausibilitätsbetrachtungen gehen die Fachexperten davon aus, dass es sich bei dem Fund nicht um Polonium 210 (Po-210) handelt.” Mittels einer Alphaspektrometrie werde das nun in der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) in Karlsruhe verifiziert.
Ist echtes Gift in der Flasche?
Ob sich in dem 50 Milliliter großen Fläschchen tatsächlich der gefährliche radioaktive Stoff befindet, war zunächst noch unklar. Zunächst waren alle Messungen im Umfeld des Fläschchens negativ gewesen. Es war keine Radioaktivität gemessen worden. Die Polizei konnte auf RTL-Anfrage weder bestätigen noch dementieren, dass es sich um echtes Gift handelt. Die Bild berichtete aber, dass die Feuerwehr aber davon ausgehen soll.
Was ist Polonium?
Polonium ist ein chemisches Element mit hoher Radiotoxizität und deshalb sehr gesundheitsschädlich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist der Stoff vor allem dann gefährlich, wenn er eingeatmet oder aufgrund offener Wunden über die Haut aufgenommen wird. Der Putin-Kritiker und frühere Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko starb 2006 in London nach einem Anschlag mit Polonium 210. (mit dpa)
Verwendete Quellen: dpa, eigene RTL-Recherchen, Bild


