Wie soll es mit dem Buckelwal weitergehen?Helfer arbeiten an neuem Rettungskonzept für Wal Timmy

Timmy rührte sich zuletzt nicht vom Fleck!
Seit der Buckelwal am Ende der Kirchsee an der Insel Poel liegt, ist das Rettungskonzept der privaten Hilfsinitiative laut Umweltministerium überholt. Die Helfer traten am Mittwochabend nicht wie geplant vor die Presse. Stattdessen werde unter Hochdruck an einer Überarbeitung des Plans gearbeitet.

Maßnahmen für weiteren Rettungsversuch

Die Helfer der privaten Initiative wollen nach wie vor die Hoffnung nicht aufgeben, erfährt RTL von einem der Beteiligten. Solange es noch eine Chance für Timmy gebe, wolle man sie dem Tier geben.

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Den Wal mit Luftkissen anzuheben und mithilfe von Pontons und einer Plane abzutransportieren, komme jedenfalls nicht infrage, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Mittwochabend in einer Stellungnahme vor der Presse. „Wir müssen das Konzept überarbeiten.”

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Derzeit werde unter Hochdruck an einer Überarbeitung des Plans gearbeitet, sagte Backhaus. Weitere Maßnahmen müssten fachlich fundiert sein, das Verhalten des Tieres berücksichtigen und mit den zuständigen Stellen abgestimmt werden. Im Zweifel könne das Land ein Veto einlegen.

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Wie RTL von Helfern vor Ort erfahren hat, werde für die weitere Rettung über eine Schute nachgedacht. Dabei soll es sich um ein antriebsloses Transportmittel handeln, eine Art große Badewanne, mit der Timmy sicher befördert werden könnte. Wann das neue Rettungskonzept fertig sein soll, ist noch unklar.

Sender am Wal befestigt

Inzwischen wurde ein Sender an dem Tier befestigt. So könnte sein Weg verfolgt werden, sollte es sich überraschend doch noch befreien und losschwimmen. Der Wal sei mittlerweile fünf- bis sechsmal gestrandet, wenn man seine Bewegungen am Montag berücksichtige, sagte Backhaus.

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Die Rettungsbemühungen konzentrierten sich nach Angaben der Initiative zuletzt darauf, dem Tier mehr Platz zu verschaffen. Schon am Dienstag hatten Helfer mit Saug- und Spültechnik den Untergrund bearbeitet. Inzwischen liegt der Wal in einer Mulde im Wasser, so soll möglichst wenig Eigengewicht auf ihm und seinen Organen lasten. Wegen der Sonneneinstrahlung wurde sein Rücken mit nassen Tüchern bedeckt. Zweieinhalb Kilogramm Fisch, die dem Wal am Dienstag angeboten wurden, fraß er nicht.

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Ministerium duldet privaten Rettungseinsatz

„Wer nichts macht, macht auch keine Fehler”, sagte Backhaus am Mittwoch auf Poel. Aber Tatenlosigkeit sei trotzdem keine Option. „Wir können gemeinsam sagen: Wir haben es versucht. Und der Versuch macht klug.” Der Umgang mit dem Tier wurde immer wieder von verschiedenen Seiten kritisiert, auch Backhaus selbst sah sich Vorwürfen ausgesetzt.

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Mit Blick auf das Vorgehen der Privatinitiative sagte der Minister: „Es gab keinen Zuschlag und keine Genehmigung – sondern eine rechtlich gebotene Duldung.” Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sei es allen erlaubt, einem hilflosen Tier zu helfen. Maßstab für das staatliche Handeln sei ausschließlich das Tierwohl. Das Land begleite die Maßnahmen eng, Veterinärinnen und Veterinäre seien rund um die Uhr vor Ort.

Backhaus kündigte an, die Ereignisse politisch aufzuarbeiten. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass solche Situationen künftig häufiger auftreten können. Deshalb werde ich mich auf Bundesebene für bessere gemeinsame Strukturen im Umgang mit Großwalen einsetzen.” (okr)

Verwendete Quellen: dpa, eigene RTL-Recherche