Kind hat nach Covid seltene NervenkrankheitBaby wird zu Stein – das steckt dahinter

Eltern sind einer Studie zufolge durchschnittlich weniger zufrieden als Kinderlose, empfinden aber mehr Sinn im Leben (Archivbild).
Bei einem Kind in England wurde eine schwere Nervenkrankheit diagnostiziert. (Symbolfoto)
Elisa Schu/dpa

Plötzlich stehen ihre Überlebenschancen bei 50/50!
Bei Baby Lettie aus Fleetwood (England) wird quasi aus dem Nichts eine Nervenkrankheit diagnostiziert, die Kleine ist wie versteinert, weil die Erkrankung das Gehirn angreift. Vorher leidet das Kind unbemerkt an einer Covid-Infektion.

Plötzlich ist Lettie schwer krank

Alles beginnt damit, dass Lettie eines Tages ihr Frühstück verweigert. Bis dahin ist alles ganz normal, berichten die Eltern Jack und Zuzanna. Eine Stunde nach dem Aufstehen erbricht sich die Kleine, wird blass. Die Atmung verlangsamt sich. Dann kollabiert das Kind in den Armen seines Vaters. Sofort rauscht die Familie ins Krankenhaus, im Rettungswagen.

Ärzte in der Klinik halten alles zunächst für einen Fieberkrampf. Doch die Eltern bestehen auf weitere Untersuchungen. Ausschlaggebend sind violettfarbene Flecken auf der Haut ihres Kindes. Wie sich dann herausstellt, hatte sich Lettie mit Covid infiziert – doch die Symptome waren ausgeblieben. Die unbemerkte Infektion hatte eine akute nekrotisierende Enzephalopathie (ANE) ausgelöst, wie der britische Daily Mirror berichtet. Dabei handelt es sich um eine seltene Erkrankung des Gehirns, die zu einem raschen neurologischen Verfall führt.

Plötzlich ist sie wie Stein

Die Ärzte beziffern Letties Überlebenschancen in den Tagen nach der Diagnose auf eine Wahrscheinlichkeit von 50/50. Lettie ist da gerade 17 Monate alt. Kurz darauf verschlechtert sich der Zustand der Kleinen dramatisch, ihr Körper wird steif, quasi wie zu Stein.

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Vater Jack erinnert sich gut an diese schreckliche Zeit: „Bis Lettie diagnostiziert wurde, hatten wir noch nie von ANE gehört. Die Ärzte erklärten uns, dass es sich um eine äußerst seltene Erkrankung handelt und sie eine Überlebenschance von etwa 50 Prozent hat. Die nächsten fünf Tage waren entscheidend, da sich in dieser Zeit noch alles zum Guten oder zum Schlechten wenden konnte. Wir hatten schreckliche Angst. Wir konnten uns eine Welt ohne Lettie nicht vorstellen. Kein Arzt konnte uns sagen, was passieren würde oder wie ihr Leben aussehen würde – wir bekamen immer wieder zu hören, dass nur die Zeit es zeigen würde, was zwar verständlich, aber sehr frustrierend war. Wir wollten einfach nur unsere kleine Tochter zurückhaben.“

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Vater Jack: „Es ist herzzerreißend”

Lettie kommt an ein Beatmungsgerät, erhält neben vielen Medikamenten auch Steroide. Nach 100 Tagen im Krankenhaus wird sie entlassen, bekommt Physio-, Ergo- und Sprachtherapie. Inzwischen zeigt das Kind kleine Fortschritte, kann sich aber noch immer nicht wieder selbstständig bewegen, ist bettlägerig.

Die Eltern Jack und Zuzanna blieben optimistisch, obwohl die Zukunft ungewiss bleibt. Papa Jack sagt: „Wir versuchen, jeden Tag so zu nehmen, wie er kommt – ohne Erwartungen, sondern einfach nur die kleinen Erfolge zu feiern. Manche Tage sind schwieriger als andere. Es ist herzzerreißend zu sehen, wie ein so kluges, unabhängiges kleines Mädchen so abhängig wird.” (sfu)

Verwendete Quellen: Daily Mirror