Viel Geld fürs Nichtstun?60 Tage rumliegen für 18.000 Euro – heute startet Mega-Versuch im Raumfahrtzentrum

Ein Teilnehmer der Studie in der Liegephase
Ein Teilnehmer der Studie in der Liegephase
DLR
von Larissa Volkenborn und Anke Jonschker

Wochenlang im Bett – und das freiwillig!
In Köln beginnt heute (Montag, 27. April) eine außergewöhnliche Studie, die der NASA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt wichtige Antworten liefern soll. Die Probanden sollen einfach nur über Wochen im Bett liegen und kassieren dafür 18.000 Euro. Welchen Hintergrund das hat, erfahrt ihr hier.

NASA-Studie in Köln startet: Das steckt dahinter

Im sogenannten :envihab verbringen die Teilnehmer insgesamt 90 Tage. Der härteste Teil: 60 Tage davon liegen sie fast durchgehend im Bett – dabei liegt der Kopf tiefer als die Beine. Wer jetzt noch schnell auf den Zug – oder vielmehr: das Bett – aufspringen möchte, ist leider zu spät dran. Am 12. Dezember 2025 endete die Bewerbungsfrist.

In die Liegephase geht es dann in zwei Wochen, zunächst laufen noch Tests mit den Probanden. Die für die Forschung notwendige Position haben frühere Teilnehmer der Studien (zuletzt 2024) schon erlebt. Viele berichten, dass sie sich schneller daran gewöhnen als gedacht. Nach wenigen Tagen stellt sich Routine ein, manche sagen sogar: Die Zeit vergeht wie im Flug.

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Ein Proband, der bereits mehrfach teilgenommen hat, kommt insgesamt sogar auf 100 Tage Bettruhe. Sein Fazit: „Nach vier bis sechs Tagen läuft alles.“ Langeweile? Fehlanzeige. Filme, Gespräche oder kleine Wettkämpfe bei Tests sorgen für Abwechslung.

Warum Astronauten nach dem Flug Probleme haben

Aber warum das Ganze? Die Tests sollen klären, mit welchen Trainingsmethoden Astronauten im Weltraum am längsten fit bleiben. Im All fehlt die Schwerkraft. Muskeln bauen ab, Körperflüssigkeiten wandern in Richtung Kopf. Vor allem die Sensomotorik leidet – also das Zusammenspiel von Wahrnehmung und Bewegung.

Das zeigt sich nach der Rückkehr auf die Erde deutlich. Viele haben Probleme mit Gleichgewicht und Koordination. Genau hier setzt die NASA-Studie Köln an. Dr. Stefan Möstl vom DLR erklärt: „Die Studie untersucht, wie man mit relativ kleinen und leichten Trainingsmethoden die Funktion des Bewegungsapparats aufrechterhalten kann.”

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Alltag im Bett: Studium, Bewerbung – alles im Liegen

Was überrascht: Manche Teilnehmer nutzen die Zeit dann doch intensiv. Eine Probandin schreibt ihre Masterarbeit im Bett fertig, andere lernen für Prüfungen oder führen sogar Bewerbungsgespräche. Auch der Teamgeist spielt eine große Rolle. Gemeinsame Filmabende, Besuche in den Zimmern oder Trainingseinheiten sorgen für Austausch. Die Stimmung? Laut Teilnehmern „sehr gut“.

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Klar, die ersten Tage sind hart. Einige frühere Teilnehmer berichten von Kopf- oder Rückenschmerzen. Doch nach etwa einer Woche wird es besser. Dann zählt vor allem der Ehrgeiz, die Tests gut zu meistern.

Vier Gruppen testen dabei unterschiedliche Methoden, um den Körper fit zu halten. Dazu gehören etwa elektrische Muskelstimulation oder spezielles Wahrnehmungstraining.

60 Tage liegen – und danach wird es richtig anstrengend

Nach der Bettruhe ist Schluss mit Entspannung. Dann folgt ein intensives Reha-Programm über mehrere Wochen. Diese Phase ist für die Forschung besonders wichtig.

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Denn hier zeigt sich, wie gut die getesteten Maßnahmen wirken – und wie Astronauten nach langen Missionen schneller wieder auf die Beine kommen. Eines ist jetzt schon klar: Für viele Teilnehmer ist die Studie mehr als nur ein Experiment. Einige würden sich sogar erneut bewerben.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, DLR/Aktuelles, DLR Blog