Trumps ICE-Schergen hatten ihn mit seinem Vater festgenommenDer Junge mit der Hasenmütze ist wieder frei

ICE nimmt fünfjährigen Jungen aus Minnesota bei der Ankunft zu Hause fest, sagen Schulbeamte.jpg
Trumps ICE-Schergen hatten ihn mit seinem Vater festgenommen – der Junge mit der Hasenmütze ist wieder frei.
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Schallende Ohrfeige für umstrittene Einwanderungsbehörde!
Der Fünfjährige, der mit seinem Vater von Bundesbeamten der massiv in die Kritik geratenen US-Einwanderungsbehörde ICE in Gewahrsam genommen worden war, kommt frei. Ein Richter in Texas ordnete die Freilassung der beiden bis spätestens Dienstag an.

„Schlecht durchdachtes, inkompetent umgesetztes Bestreben der Regierung”

Das geht aus dem Gerichtsdokument zur Entscheidung hervor. Der Fall des kleinen Jungen, der in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota vor fast zwei Wochen bei einer Razzia aufgegriffen worden war, führte landesweit zu großer Empörung. In vielen Städten kam es zu Kundgebungen und Demonstrationen.

Auch in Detroit gingen viele Menschen auf die Straße, nachdem Renee Nichole Good von einem ICE-Beamtem am Steuer ihres Autos erschossen worden war
Auch in Detroit gingen viele Menschen auf die Straße, nachdem Renee Nichole Good von einem ICE-Beamtem am Steuer ihres Autos erschossen worden war
Jim West/ZUMA Press Wire

Der Richter wählte in seiner Begründung ungewöhnlich scharfe Worte. Der Fall habe seinen Ursprung im „schlecht durchdachten und inkompetent umgesetzten Bestreben der Regierung, tägliche Abschiebequoten einzuhalten – offenbar selbst dann, wenn dies zur Traumatisierung von Kindern führt“, hieß es. Der Richter schloss nicht aus, dass am Ende eines Verfahrens im konkreten Fall auch eine Abschiebung stehen könnte, doch müsse das auf einem geordneten und humaneren Weg geklärt werden als dem aktuellen.

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Der Junge war durch ein Foto bekannt geworden, das ihn mit einer blauen Hasenmütze vor seinem Haus zeigt, während Bundesbeamte in der Nähe stehen. Dem Schulbezirk zufolge war er einer von vier Schülern, die von den Beamten festgenommen wurden.

Kein Stopp der ICE-Maßnahmen in Minneapolis

Kritiker sahen in dem Vorfall einen weiteren Beleg dafür, wie rigoros ICE-Beamte bei ihren Einsätzen vorgehen, die Teil der verschärften Migrationspolitik der US-Regierung von Donald Trump sind.

Laut damaligen Angaben des Heimatschutzministeriums hatte sich der Einsatz gegen den Vater gerichtet, der aus Ecuador stammen und sich illegal in den USA aufhalten soll. Ein mit dem Fall vertrauter Anwalt sagte, die Familie habe im Dezember 2024 an einem offiziellen Grenzübergang Asyl beantragt. Ein Abschiebebeschluss habe nicht vorgelegen.

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Unterdessen ist der Bundesstaat Minnesota vorerst mit dem Versuch gescheitert, das brachiale ICE-Vorgehen bei der Fahndung nach illegalen Einwanderern vor Gericht zu stoppen. Bundesrichterin Kate Menendez lehnte einen entsprechenden Antrag der Generalstaatsanwaltschaft ab. Sie begründete dies damit, dass ein Berufungsgericht eine einstweilige Verfügung gegen Taktiken der Einwanderungsbehörde ausgesetzt habe. Ein kompletter Stopp des ICE-Einsatzes ginge daher sicherlich zu weit.

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„Dieser Fall steckt noch in den Kinderschuhen”

Generalstaatsanwalt Keith Ellison hatte den ICE-Einsatzkräften rassistische Diskriminierung, unrechtmäßige Festnahmen und das Schüren von Angst vorgeworfen. Der Einsatz Tausender ICE-Leute in der Region Minneapolis-St. Paul hatte zu wochenlangen Protesten geführt.

Die Lage eskalierte nach dem Tod zweier US-Bürger, die im Januar von ICE-Kräften erschossen worden waren. Ellison zeigte sich von dem Urteil enttäuscht, kündigte aber weitere Schritte an: „Dieser Fall steckt noch in den Kinderschuhen.”

Verwendete Quellen: dpa; Reuters