RTL konfrontiert VerfasserRiesen-Hass auf queere Menschen nach CSD-Anschlag in Berlin

von Karl Wirz, Kathrin Ebeling und Martina Lewinski

Die Trauer nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day ist groß.
Doch während viele Menschen des Opfers und der Verletzten gedenken, verbreiten andere im Netz menschenverachtende Kommentare gegen die queere Community. RTL hat einen der Verfasser aufgesucht – Reue zeigt er keine.

„Das habt ihr verdient“

Kerzen, Blumen und bewegende Worte der Anteilnahme prägen das Bild an den Orten des Gedenkens. In den sozialen Netzwerken zeigt sich jedoch eine andere Seite.

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Dort finden sich Kommentare wie: „Warum hat das Auto nicht mehrere Leute getroffen?“ oder „Das habt ihr verdient“. Andere gehen sogar noch weiter und wünschen queeren Menschen den Tod oder verherrlichen die Verfolgung homosexueller Menschen in der NS-Zeit.

Für Influencer Daniel, der selbst Teil der queeren Community ist, sind solche Aussagen erschütternd. „Das ist nicht nur eine Meinung wie: ,Ich mag Schwule nicht’. Das ist eine Meinung, die queere Menschen nach Auschwitz schicken will.“

RTL stellt Verfasser eines Hasskommentars zur Rede

RTL konnte einen Mann ausfindig machen, der nach dem Anschlag auf Social Media schrieb: „Kein großer Verlust. Waren doch eh nur physisch Kranke dort.“

Im Gespräch mit unserem Reporter bestätigt der Mann, den Kommentar selbst verfasst zu haben. Von seiner Aussage distanziert er sich nicht. Stattdessen legt er nach: „Gucken Sie sich die Typen an, die bei solchen Aufzügen mitmarschieren. Das ist unsere Zukunft. Und da wissen wir, wie unsere Zukunft aussieht: ganz weit am Boden.“

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Auf die Frage unseres Reporters, ob ein homosexuelles Paar in seiner Pension ein Zimmer bekommen würde, macht der Mann seine Haltung ebenfalls deutlich. Ein schwules Paar würde bei ihm nicht übernachten können. Auf die Nachfrage, ob er das ernst meine, antwortet er knapp: „Sicher.“

Auch im weiteren Gespräch zeigt der Mann keinerlei Reue. Selbst als er mit den Verletzten und der getöteten Frau konfrontiert wird, bleibt er bei seiner Haltung.

Hilfe bei Diskriminierung oder Rassimus

Ihr habt auch schon Diskriminierung oder Rassismus erlebt? Unter der Telefonnummer 0800 – 546 546 5 oder unter www.antidiskriminierungsstelle.de erhaltet ihr Hilfe. 

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Hass im Netz kann strafbar sein

Vielen ist offenbar nicht bewusst, dass Hasskommentare im Netz strafrechtliche Folgen haben können. „Jegliche Straftat, die über das Internet begangen wird, kann verfolgt und rechtlich gewürdigt werden“, erklärt ein Polizeisprecher gegenüber RTL.

Besonders schwer wiegt dabei der Straftatbestand der Volksverhetzung. Wer sich der Volksverhetzung schuldig macht, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

„Liebe ist stärker als Hass“

Den Hass will Daniel nicht gewinnen lassen. Während der von RTL konfrontierte Verfasser des Hasskommentars bis zuletzt keinerlei Reue zeigt, setzt der TikToker Daniel auf Zusammenhalt statt Hetze. Zwar treffen ihn die menschenverachtenden Kommentare, doch die vielen Nachrichten voller Mitgefühl und Solidarität geben ihm Hoffnung. Für Daniel steht fest: Am Ende ist Liebe stärker als Hass.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche