Warum ausgerechnet der CSD?Ermittler haben erste Theorie zum Motiv des CSD-Attentäters

Neue Ermittlungs-Spur! Familiäre Konflikte könnten das Anschlagsziel erklären.
Neue Ermittlungs-Spur! Familiäre Konflikte könnten das Anschlagsziel erklären.
Polizei / Reuters
von Samina Faizi und Lynn Michel

Spielte der Vater eine Rolle?
Warum steuerte der Attentäter Abdul Ballout seinen Transporter ausgerechnet in die Menschenmenge am Berliner Christopher Street Day? Diese Frage beschäftigt die Ermittler seit dem Anschlag. Nach RTL-Informationen aus Ermittlerkreisen gibt es inzwischen eine erste Theorie, warum der 21-Jährige den CSD als Anschlagsziel ausgewählt haben könnte.

Vater soll homosexuell sein

Nach RTL-Informationen soll Abdul Ballouts Vater homosexuell sein und mit seinem Partner in Berlin leben. Abdul selbst soll bei seiner Mutter und seinen Schwestern aufgewachsen sein. Sie gelten nach Erkenntnissen der Ermittler als streng gläubig. Die aus dem Libanon stammenden Eltern leben seit Jahren getrennt.

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Der Täter ist also in einem Spannungsfeld zwischen den religiösen Überzeugungen innerhalb seiner Familie und der sexuellen Orientierung seines Vaters aufgewachsen. Diese familiäre Situation könnte erklären, warum Abdul Ballout ausgerechnet den Berliner Christopher Street Day ins Visier genommen haben soll. Ob dieser Zusammenhang tatsächlich besteht, ist bislang jedoch nicht belegt. Die Ermittlungen zum Tatmotiv dauern an.

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Behörden hatten ihn schon als Kind im Blick

Dass die familiären Verhältnisse schwierig gewesen sein sollen, legen auch interne Unterlagen nahe, über die die Berliner Morgenpost berichtet. Demnach hatten mehrere Behörden Abdul Ballout und seine Entwicklung bereits seit seiner Kindheit im Blick. Die Zusammenarbeit mit den Eltern sei jedoch in vielen Fällen gescheitert.

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Schon als Erstklässler soll der Attentäter durch aggressives Verhalten aufgefallen sein. Laut den Unterlagen wurde er wiederholt vom Unterricht suspendiert. Schule und Jugendamt hätten früh eine Diagnostik und Unterstützung empfohlen. Der Vater werde in den Akten als konfrontativ beschrieben, bei der Mutter habe es erhebliche Kommunikationsprobleme gegeben.

Nach zwei Schulwechseln besuchte Abdul Ballout eine Förderschule. Zehn Jahre später verließ er sie ohne Schulabschluss und ohne berufliche Perspektive. Parallel dazu begann seine kriminelle Laufbahn.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, morgenpost.de