Beamte hielten ihn für ErwachsenenDie Polizei schoss auf ihn – Tatverdächtiger entpuppt sich als 14-jähriger Schüler

Erst Stunden später wird klar, wie jung der Verletzte wirklich ist.
Bei einem Polizeieinsatz in München fällt am Dienstagabend ein Schuss, ein vermeintlich etwa 20 Jahre alter Verdächtiger wird am Oberkörper getroffen. In der Nacht folgt dann die überraschende Erkenntnis: Bei dem Verletzten handelt es sich um einen erst 14 Jahre alten Schüler.
Großeinsatz in München: Angeschossener ist erst 14 Jahre alt!
Ein Polizist schießt am Dienstagabend in München auf einen vermeintlich bewaffneten jungen Mann und trifft ihn am Oberkörper. Zunächst ist allerdings noch völlig unklar, wer der Verletzte ist. Ein Zeuge, der zuvor den Notruf gewählt hatte, hatte den Verdächtigen auf etwa 20 Jahre geschätzt.
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Erst im Laufe der Nacht gelingt es, den Angeschossenen im Krankenhaus zu identifizieren. Und dabei stellt sich heraus: Der vermeintlich etwa 20-Jährige ist gerade einmal 14 Jahre alt. Nach Angaben des Polizeipräsidiums München handelt es sich um einen türkischen Schüler aus dem Landkreis Miesbach. Sein Zustand ist aktuell stabil.

So kommt es zum Schuss auf den 14-Jährigen in München
Der Einsatz beginnt am Dienstag gegen 17.15 Uhr am Münchner U-Bahnhof Hohenzollernplatz. Wie das Polizeipräsidium München am Mittwoch mitteilt, meldet sich ein Passant über den Notruf. Er habe einen verdächtigen Mann gesehen, der offen mit einer schwarzen Schusswaffe hantiert habe.
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Anschließend soll der Verdächtige in einen Linienbus in Richtung Kurfürstenplatz gestiegen sein. Die Polizei startet daraufhin mit zahlreichen zivilen und uniformierten Kräften die Fahndung. Gegen 17.30 Uhr entdecken zwei Zivilpolizisten im Bereich Herzogstraße/Belgradstraße eine Person, auf die die Beschreibung passt. Nach Angaben der Polizei aus der Presserunde am Mittwoch ist eine ungefähr gleichaltrige Begleiterin bei ihm. Sie wird inzwischen als Zeugin geführt.

Die Polizisten folgen den beiden in Richtung einer Tramhaltestelle. Dann soll der 14-Jährige einen waffenähnlichen Gegenstand aus seiner Hose gezogen haben. „Er soll dann vor dem Körper eine Bewegung gemacht haben, die so ausgesehen hat, als würde er die Waffe durchladen“, schildert ein Sprecher des Polizeipräsidiums München im RTL-Interview.
Die Beamten reagieren laut Polizei sofort und rufen: „Polizei. Waffe fallen lassen.“ Doch der Jugendliche habe sich daraufhin mit der Pistole in der Hand in Richtung der beiden Polizisten gedreht. Einer der Zivilbeamten schießt – genau einmal, wie die Polizei in ihrer Presserunde bestätigt. Der 14-Jährige wird am Oberkörper getroffen.
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Softair-Pistole sieht echter Beretta 92 „täuschend ähnlich“
Was die Beamten in diesem Moment offenbar nicht erkennen können: Bei der Pistole handelt es sich nicht um eine scharfe Schusswaffe. Der Polizeisprecher erklärt RTL: „Es handelt sich wohl um eine Art Softairwaffe.” Diese soll einer Beretta 92 nachempfunden sein. Das Problem: „Die Pistole sieht einer scharfen Waffe täuschend ähnlich”, so der Sprecher.

14-jähriger Tatverdächtiger wird nach Polizeischuss operiert
Direkt nach dem Schuss leisten die Polizisten Erste Hilfe und verständigen den Rettungsdienst. Der Schüler wird anschließend in ein Krankenhaus gebracht.
Dort wird der 14-Jährige operiert, wie der Polizeisprecher im RTL-Interview bestätigt. „Der 14-Jährige ist noch im Krankenhaus und befindet sich nach meinem Kenntnisstand in einem stabilen Zustand“, erklärt er. In der Presserunde stellte die Polizei zudem klar, dass der Jugendliche nicht in Lebensgefahr sei.
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Auch die unmittelbar am Einsatz beteiligten Polizisten werden nach Angaben des Sprechers betreut – insbesondere der Beamte, der den Schuss abgegeben hat.
Landeskriminalamt prüft jetzt Rechtmäßigkeit des Schusses
Ob der Polizist in dieser Situation rechtmäßig geschossen hat, wird nun unabhängig geprüft. Laut Medieninformation des Polizeipräsidiums München hat das Bayerische Landeskriminalamt die Ermittlungen unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München I übernommen.
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Die Staatsanwaltschaft hat ein sogenanntes Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Wichtig: Dabei gibt es derzeit keinen Beschuldigten. Der Polizeisprecher verdeutlicht, dass „der Beamte, der den Schuss abgegeben hat, in diesem Verfahren nicht als Beschuldigter geführt wird”. Nach Angaben der Polizei aus der Presserunde könnte die Prüfung, ob der Schusswaffengebrauch gerechtfertigt war, neun Monate bis zu einem Jahr dauern.
Parallel ermittelt das Kommissariat 24 der Münchner Kriminalpolizei laut Polizeipräsidium wegen der vorausgegangenen mutmaßlichen Bedrohung der einschreitenden Beamten durch den 14-Jährigen. Letzterer soll aufgrund eines aktuellen Ermittlungsverfahrens polizeibekannt sein. Der 14-Jährige habe zudem 2023 einen Asylantrag gestellt, der abgelehnt worden sei. Nach Angaben der Polizei wurde ihm die Abschiebung angedroht.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Medieninformation der Polizei München
































