Hotel-Frühstück endet mit PolizeieinsatzFremde Vierjährige fotografiert – deutschem Mallorca-Urlauber droht Knast

Wollte er die Unterwäsche des Mädchens knipsen?
Ein Foto eines vierjährigen Kindes beim Hotel-Frühstück auf Mallorca hat für einen Deutschen ernste Folgen. Die Staatsanwaltschaft fordert drei Jahre Gefängnis, doch der 43-Jährige schildert vor Gericht eine völlig andere Absicht. Das Urteil steht noch aus.
Zeugin berichtet von heimlichem Foto
Ein deutscher Tourist fotografierte am 27. Juli im Speisesaal eines Hotels in Cala Millor ein vierjähriges Mädchen, das beim Frühstück auf ein Handy schaut. Eine Zeugin erhebt einen schweren Vorwurf. Vor Gericht schilderte sie die Szene: „Ich sah den Mann mit der Handykamera heimlich das Foto machen und es danach mit dem Zoom vergrößern, und man konnte das Höschen des Mädchens sehen.“
Zunächst habe niemand bemerkt, was der 43-Jährige tat. Sie sei „unter Schock“ gewesen und deshalb aufgestanden, um die Eltern zu alarmieren. Der Vater erklärte, der Tourist sei nicht mehr an seinem Platz gewesen, als er reagierte. Wenig später traf die Guardia Civil im Hotel ein.
Deutscher Tourist weist Vorwürfe zurück
Die Anklage legt dem Urlauber einen „delito de descubrimiento de secretos“ zur Last, also eine Verletzung der Privatsphäre, berichtet die mallorquinische Zeitung Ultima Hora. Zusätzlich fordert die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 7.200 Euro sowie eine Entschädigung für die Sorgeberechtigten des Kindes.
Der Angeklagte bestreitet, gezielt die Unterwäsche des Kindes fotografiert zu haben. Er habe seiner Frau lediglich die intensive Smartphone-Nutzung des Mädchens zeigen wollen: „Ich wollte meiner Frau, die Pädagogin ist, nur zeigen, wie ein so kleines Mädchen vom Handy hypnotisiert war, ohne dass ihre Eltern auf sie achteten.“ Laut Ultima Hora fügt er hinzu: „Das alles tat mir leid, aber ich fühle mich nicht schuldig an dem, was mir vorgeworfen wird.“
Die Ehefrau bestätigt, dass sich das Paar intensiv mit der Smartphone-Nutzung von Kindern beschäftige. Der Mann erklärt außerdem, er hätte das Bild anders aufgenommen, wenn es ihm tatsächlich um die Unterwäsche gegangen wäre. Mit der Guardia Civil habe er vollständig kooperiert.
Die Verhandlung ist abgeschlossen. Nun muss das Gericht entscheiden, ob der Deutsche ins Gefängnis muss. (lha)
Verwendete Quellen: Ultima Hora


