Keine Einigung in Sicht!Lufthansa-Chaos geht weiter! Pilotengewerkschaft lehnt Schlichtung ab

Die Schlichtung im Tarifstreit ist offenbar gescheitert, bevor sie begonnen hat. Die Streiks gehen weiter. Während sich Lufthansa und Vereinigung Cockpit mit gegenseitigen Vorwürfen überziehen, müssen sich Reisende auf hunderte weitere Flugausfälle einstellen.
Mit Streiks begleiten die Crews der Lufthansa das Jubiläum ihres Unternehmens. Nur wenige Stunden nach dem Vorschlag einer Schlichtung haben sich das Unternehmen und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erneut entzweit und mit gegenseitigen Vorwürfen überzogen. Insbesondere konnte man sich nicht über den Umfang der zu schlichtenden Streitfragen einigen. Die bis einschließlich Freitag geplanten Streiks werden damit fortgesetzt.
Zu der in Frankfurt stattfindenden Feierstunde zum 100. Jahrestag des Erstflugs haben Vereinigung Cockpit und die Kabinengewerkschaft Ufo zu Protesten am Veranstaltungsort aufgerufen. In das neue Besucherzentrum „Hangar One“ sind Kanzler Friedrich Merz und Verkehrsminister Patrick Schnieder geladen.
Die VC warf der Lufthansa vor, ihren konstruktiven Vorschlag zur Beilegung der aktuellen Tarifkonflikte abgelehnt zu haben. Stattdessen verlange der Konzern, nicht nur offene Streitpunkte, sondern auch bereits abgeschlossene Tarifverträge neu zu verhandeln. „Das ist in etwa so, als würde bei der Novellierung einer Verordnung auch gleich das Grundgesetz zur Disposition gestellt“, sagte VC-Vertreter Andreas Pinheiro. Wer ein solches Angebot ausschlage, nehme eine weitere Zuspitzung des Konflikts in Kauf.
Die Lufthansa wies das zurück: Man sei offen für eine umfassende Schlichtung, aber nur wenn alle großen Tarifthemen - Alters- und Übergangsversorgung, Vergütung und Arbeitsbedingungen - auf den Tisch kämen. Nur so sei eine dauerhafte Lösung möglich.
Am Mittwoch fielen wegen eines erneuten Streiks der rund 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter der Lufthansa und ihrer Regionaltochter Cityline wieder Hunderte Flüge an deutschen Flughäfen aus. Allein am Drehkreuz Frankfurt wurden laut Flughafenbetreiber Fraport mehr als 580 Starts und Landungen abgesagt. Auch in München fehlten rund 380 Flugbewegungen im Plan. Ufo will mit den Streiks bis einschließlich Donnerstag bessere Arbeitsbedingungen im Manteltarif erreichen.
Die Vereinigung Cockpit hat bereits die nächsten Streiks bei Lufthansa angekündigt: Der Ausstand soll am Donnerstag und Freitag die Kerngesellschaft Lufthansa, die Frachtgesellschaft Cargo AG und die Regionalgesellschaft Cityline treffen. Der Ferienflieger Eurowings soll nur am Donnerstag bestreikt werden. Die Piloten verlangen höhere Betriebsrenten und bei der Cityline höhere Gehälter.
Wegen der Folgen des Iran-Kriegs muss der Lufthansa-Konzern auch im Kleinen sparen. In einer Mail forderte Vorstandsmitglied Dieter Vranckx die Beschäftigten zu erhöhter Kostenkontrolle auf, wie das „Handelsblatt“ berichtete. Sie sollen beispielsweise auf Dienstreisen, Weiterbildungen und kostspielige Übernachtungen verzichten.
Zudem sollen vorerst keine externen Mitarbeiter mehr für nichtoperative Funktionen eingestellt werden. Neue Stellen und Beraterverträge soll es ebenfalls nicht mehr geben. Offene Jobs dürfen nur noch mit Genehmigung des Vorstands besetzt werden. Ein Teil der Maßnahmen sei bereits im aktuellen Sparprogramm der Airline Lufthansa enthalten, hieß es in der Unternehmenszentrale.
Minister Schnieder gratulierte der Lufthansa vorab: „Das Unternehmen sowie die gesamte Luftverkehrsbranche haben regelmäßig fundamentale Umbrüche erlebt und stets die Fähigkeit entwickelt, sich immer wieder neu zu erfinden. Ich bin mir sicher: Bei Innovation und neuen Technologien wird die Lufthansa auch in den nächsten 100 Jahren Maßstäbe setzen.“
Verwendete Quellen: uzh/dpa/rts


![Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler, und Volodymyr Zelensky, Praesident der Ukraine geben eine Pressekonferenz [press conference] im Bundeskanzleramt im Rahmen der Deutsch-Ukrainischen Regierungskonsultationen in Berlin, 14.04.2026.](https://www.rtl.de/img/30713000/1776177066/c3_4/1200/friedrich-merz-cdu-bundeskanzler-und-volodymyr-zelensky-praesident-der-ukraine-geben-eine-pressekonferenz-press-conference-im-bundeskanzleramt-im-rahmen-der-deutsch-ukrainischen-regierungskonsultationen-in-berlin-14042026.webp)