Live-Ticker: Mordprozess um getöteten FabianPer handschriftlichem Antrag! Verteidiger wollen verhindern, dass das Vernehmungsvideo von Gina H. gezeigt wird

Die Angeklagte (l) und ihr Anwalt Thomas Löcker sitzen im Verhandlungssaal des Landgerichts Rostock vor dem Beginn der Fortsetzung im Verfahren wegen Mordes im Fall Fabian. Der Angeklagten wird vorgeworfen, am 10.10.2025 heimtückisch und aus sonst niedrigen Beweggründen den zur Tatzeit achtjährigen Fabian aus Güstrow getötet zu haben. +++ dpa-Bildfunk +++
Die Angeklagte (l) und ihr Anwalt Thomas Löcker sitzen im Verhandlungssaal des Landgerichts Rostock. (Archivbild)
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Gina H. bricht ihr Schweigen!
Im Prozess um den getöteten Fabian aus Güstrow äußert sich am 24. August erstmals die Angeklagte vor dem Landgericht Rostock. Die Anklage wirft ihr vor, den Achtjährigen mit einem Messer getötet zu haben. Fabian verschwand am 10. Oktober 2025 und wurde vier Tage später tot aufgefunden – ausgerechnet von Gina H. selbst. Alle Entwicklungen im Prozess lest ihr im Live-Ticker auf RTL.de.

Alle Details zum Prozess im Live-Ticker

Wichtige Updates
Johanna Kroke

Per Handschriftlichem Antrag! Vernehmungsvideo soll nicht gezeigt werden

Nach einer zehnminütigen Pause wird der Prozesstag fortgesetzt.  Gina H. spielt nervös mit ihrem kleinen silberfarbenen Stressball, während ihre Anwälte zusammenrücken. Die Angeklagte schaut ihnen aufmerksam über die Schulter.

Verteidiger Andreas Ohm verfasst handschriftlich einen Antrag, den er nun bei Gericht einreichen will. Er möchte verhindern, dass das Video der Vernehmung abgespielt wird. Da der Richter die Schrift des Anwalts nicht lesen kann, trägt dieser seinen Antrag selbst vor: „Die Verteidigung widerspricht der Verwertung des aufgezeichneten Videos. Begründung: Die Angeklagte hatte bei der Vernehmung bereits den Beschuldigtenstatus".

Grund des Antrags ist eine Aussage der Kommissarin. Bereits vor der ersten Befragung von Gina H. sei ihrem Kollegen Dennis K. zugetragen worden, dass diese schon bei der Meldung des Leichenfunds gelogen haben soll. Diese Information sei von der Zeugin Heike M. gekommen. Die Kommissarin will in den ersten Befragungen nichts davon gewusst haben. Doch das stellen die Anwälte von Gina H. infrage. „Es ist völlig lebensfremd, dass diese wichtigen Informationen nicht an die zuständige Ermittlerin weitergegeben werden.“ 

Staatsanwalt Oliver Schley lehnt diesen Antrag ab. Nebenklagevertreterin Christine Habetha, Anwältin von Fabians Mutter, schließt sich der Ablehnung an. 

Die Hauptverhandlung ist für 30 Minuten unterbrochen. Die Kammer zieht sich zur Beratung zurück. 
Johanna Kroke

Kommissarin sagt über erstes Verhör von Gina H. aus

Der Richter ruft die erste Zeugin auf. Die Kommissarin soll über die erste Befragung von Gina H. aussagen.

Nach dem Leichenfund am 14. Oktober habe sich diese „bis in die Abendstunden“ hingezogen, erklärt die Beamtin. Anschließend hätten ihre Kollegen Gina H. nach Hause gebracht. Am Folgetag sei die Angeklagte dann freiwillig bei der Polizei erschienen, um weitere Angaben zu machen. Diese Befragung sei auch in Videoform festgehalten worden.

Die Rückfahrt nach der zweiten Befragung ruhig verlaufen, erklärt die Kommissarin auf eine Nachfrage von Richter Schütt. „Es war sehr sachlich. Sie war auch nicht zurückgezogen.“ Es sei „Smalltalk“ gewesen, emotional oder betroffen habe Gina H. nicht gewirkt. „Allerdings hat sie immer wieder betont, dass es ihr nicht gut geht. Sie sagte, dass sie am Tag vorher viel geweint hat – und deswegen keine Tränen kommen können", ergänzt die Polizistin. 

Gina H. sei früh im Fokus der Ermittler gewesen. Einen Anfangsverdacht habe es bereits am 16.10. gegeben – zwei Tage, nachdem sie den Leichenfund der Polizei gemeldet habe. Es seien Widersprüche erkannt worden in ihren Aussagen.  
Johanna Kroke

Prozess soll länger laufen als bislang geplant

Der Vorsitzende Richter Schütt schlägt fünf weitere Verhandlungstermine zur Abstimmung vor. Damit wird der Prozess voraussichtlich zwei Wochen länger laufen. Das Urteil war ursprünglich für den 10. September geplant. 
Johanna Kroke

Gina H. beantwortet weiterhin keine Fragen zu ihrer Einlassung

Während ihre Anwälte sprechen, schaut die Angeklagte durchgehend nach unten. Sie hat ihr Kinn mit der rechten Hand abgestützt.
 
Seine Mandantin habe sich nach ihrer Einlassung in den persönlichen Telefonaten verändert, erklärt Verteidiger Thomas Löcker der Kammer. „Es war unmöglich, irgendetwas anzusprechen. Sie hat nach drei, vier Sätzen schon geweint. Und ich konnte sie nicht beruhigen. Ich habe das Gefühl, dass ihr zum ersten Mal konkret bewusst geworden ist, was hier auf dem Spiel steht. Dass sie möglicherweise für 30 Jahre in Haft geht.“

Das sei der Grund, warum Gina H. auch am heutigen Verhandlungstag nicht in der Lage sei, Fragen zu ihrer Einlassung zu beantworten. Sollte sich daran etwas ändern, werde er es telefonisch mitteilen. Seine Befürchtung ist, dass „sie es nicht durchsteht".    

Fabian (8) aus Güstrow verschwand am 10. Oktober 2025. Vier Tage später wurde seine Leiche von der Angeklagten Gina H. an einem Tümpel in einem Waldstück bei Klein Upahl gefunden. Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus. Laut der Anklage starb Fabian durch mehrere Messerstiche. Der Leichnam soll teilweise verbrannt worden sein, offenbar um Spuren zu verwischen.

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Anfang November 2025 wurde Gina H., die ehemalige Partnerin von Fabians Vater, als Tatverdächtige festgenommen. Gegen sie wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen, seither befindet sie sich in Untersuchungshaft. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll sie Fabian am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter gelockt, mit ihm zu einem abgelegenen Tümpel nahe Klein Upahl gefahren und ihn dort mit mehreren Messerstichen getötet haben. Anschließend soll sie versucht haben, Spuren zu verwischen, indem sie den Leichnam in Brand setzte. Diese Vorwürfe sind bislang nicht rechtskräftig festgestellt.