Sachsen-Anhalt-Wahl im Live-TickerAfD gewinnt haushoch - Spitzenkandidat Ulrich Siegmund: „Wir haben Geschichte geschrieben”

Wer regiert künftig in Magdeburg?
Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die Wahllokale sind seit 18 Uhr dicht. Die als gesichert rechtsextrem geltende AfD in Sachsen-Anhalt hat die Landtagswahl am Sonntag nach ersten Prognosen von ARD und ZDF mit deutlichem Abstand gewonnen. Ob die Partei die absolute Mehrheit errungen hat, blieb zunächst unklar. In unserem Live-Ticker halten wir euch über alle wichtigen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Liveblog: Prognosen, Hochrechnungen, erste Reaktionen nach der Wahl in Sachsen-Anhalt

Wichtige Updates
Anke Jonschker

ERSTE HOCHRECHNUNG IST DA: So sieht es jetzt in Sachsen-Anhalt aus 


Jetzt wird das Bild genauer! Die erste Hochrechnung zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist da. Anders als bei der Prognose fließen jetzt bereits tatsächlich ausgezählte Stimmen in die Berechnung ein. 

Noch kann sich im Laufe des Abends einiges verschieben. Die aktuellen Zahlen seht ihr hier im Überblick. 

AfD: 44,1 %
CDU: 18,5 %
SPD: 8,8 %
Linke: 9,2 %
Grüne: 8,7 %
FDP: 2,4 %
BSW: 4,8 %
Andere: 3,5 %
Die erste Hochrechnung des Wahlabends.
Die erste Hochrechnung des Wahlabends. RTL
Anke Jonschker

Sven Schulze räumt Niederlage ein: „Das ist Demokratie“ 

 
Sven Schulze gratuliert der AfD zum Wahlsieg. In seinem ersten ausführlichen Statement nach den ersten Zahlen findet Sachsen-Anhalts Ministerpräsident klare Worte: „Der Wahlsieger, die AfD, ist jetzt stärkste Kraft im Landtag von Sachsen-Anhalt und wir werden auch als CDU mit diesem Ergebnis umgehen. Umgehen müssen.“ 
Für seine Partei sei das Ergebnis eine Niederlage, räumt der CDU-Politiker offen ein. Hinter ihm liege ein Wahlkampf, wie er ihn selbst noch nie erlebt habe. „Ich habe seit 25 Jahren an Wahlkämpfen teilgenommen. So einen Wahlkampf, wie wir ihn hier erlebt haben, den gab es vorher noch nicht.“ Es habe viel Gegenwind gegeben, die vergangenen Wochen seien eine „große Herausforderung“ gewesen. 

Gleichzeitig wehrt sich Schulze gegen besonders düstere Bewertungen des Wahlausgangs. Manche sprächen von einem „schwarzen Tag für Sachsen-Anhalt“. Der Ministerpräsident widerspricht: „Ich sage, das ist Demokratie und die Menschen sind heute zur Wahl gegangen.“ 
Dabei verweist Schulze auch auf die außergewöhnlich hohe Wahlbeteiligung, die nach seiner Einschätzung am Ende zwischen 75 und 80 Prozent liegen könnte. Eine solche Beteiligung habe es bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt noch nie gegeben. 

Das Votum der Wähler versteht Schulze deshalb auch als Auftrag an die Politik. Nun müssten diejenigen, die künftig im Landtag Verantwortung tragen, mit diesem Ergebnis umgehen und „dieses Zeichen auch erkennen“. 
Wie es für Schulze persönlich und für die CDU weitergeht, lässt der Ministerpräsident zunächst offen. Zunächst müsse abgewartet werden, „wie das Ergebnis insgesamt ausgeht“. 
Anke Jonschker

Mögliche Sitzverteilung und Koalitionen


Nach der ersten Hochrechnung ergibt sich folgende Sitzverteilung: 

AfD: 41 Sitze (plus 18)
CDU : 17 Sitze (minus 17)
SPD: 8 Sitze (minus 1)
Grüne: 8 Sitze (plus 2)
Linke 9 Sitze (minus 3)

Was bedeutet das für mögliche Koalitionen?

Für die Mehrheit im Landtag mit 83 Sitzen benötigt man 42 Sitze. Die AfD käme aktuell auf 41 Sitze und hätte die absolute Mehrheit damit verpasst. Eine Koalition aus CDU, SPD und Grünen hätte nach derzeitigem Stand 33 Sitze – also insgesamt neun zu wenig. Eine Viererkoalition aus CDU, SPD, Grünen und Linken käme auf exakt 42 Sitze. 


Die Sitzverteilung nach der ersten Hochrechnung.
Die Sitzverteilung nach der ersten Hochrechnung. RTL
Mögliche Koalitionen nach der ersten Hochrechnung.
Mögliche Koalitionen nach der ersten Hochrechnung. RTL
Roger Saha

SPD will Kurskorrekturen der Bundesregierung


Die SPD sieht nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die Notwendigkeit für Kurskorrekturen in der Bundesregierung. Man müsse nun "klar und klug analysieren", wo die eigenen Maßnahmen "vielleicht noch mal überdacht, korrigiert" werden müssten, sagt SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf. Es sei schwer, für den aktuellen Reformkurs um Zustimmung zu werben. Als Beispiele für die anstehenden Herausforderungen nennt Klüssendorf die Reformen bei der Rentenversicherung und der Pflege. Ziel der Regierung sei es, wieder Wirtschaftswachstum und sichere Arbeitsplätze zu schaffen. Das Ergebnis seiner Partei in Sachsen-Anhalt wertet er zugleich als Erfolg. Nachdem im Sommer noch über ein Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde diskutiert worden sei, habe die SPD den Einzug in den Landtag "sehr stabil geschafft". 

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche