Nach umstrittenem Jahrhundert-ProzessEr ließ den Lindsay-Clancy-Prozess platzen – jetzt braucht der einzige Gegenstimmer selbst einen Anwalt

Michael Desronvil ließ den Prozess gegen Lindsay Clancy platzen.
Elf Geschworene wollten sie für strafrechtlich nicht verantwortlich erklären. Er stellte sich dagegen. Seitdem steht der Mann massiv in der Kritik. Jetzt hat sich der Geschworene einen Anwalt genommen, der ihn öffentlich als „amerikanischen Helden“ verteidigt.
„Amerikanischer Held und Kämpfer für Gerechtigkeit”
Er war die eine Stimme, an der ein einstimmiges Urteil scheiterte. Jetzt braucht der Geschworene nach eigener Darstellung selbst Schutz. Nach dem aufsehenerregenden Prozess gegen Lindsay Clancy hat der einzige Juror, der sich gegen die übrigen elf Mitglieder der Jury stellte, den Anwalt Edward Andrew Paltzik engagiert. Das berichtet unter anderem das US-Portal TMZ.
Paltzik bestätigt die Vertretung auch öffentlich. Auf X bezeichnet er seinen Mandanten als „mutigen und heldenhaften einzigen Gegenstimmer“ und als „amerikanischen Helden und Kämpfer für Gerechtigkeit“. Zudem kündigt er an, gegen Menschen vorzugehen, die seinen Mandanten angegriffen hätten. Der Geschworene befinde sich derzeit an einem nicht genannten, sicheren Ort im ländlichen Neuenglands im Nordend er USA.
Im Video: Der Vater der getöteten Kinder vergibt Lindsay Clancy
Darum ging es im Prozess gegen Lindsay Clancy
Lindsay Clancy tötete am 24. Januar 2023 in ihrem Haus in Duxbury im US-Bundesstaat Massachusetts ihre drei Kinder Cora (5), Dawson (3) und Callan (8 Monate). Anschließend sprang sie aus einem Fenster. Sie überlebte, ist seitdem jedoch gelähmt. Dass Clancy ihre Kinder getötet hatte, bestritt die Verteidigung vor Gericht nicht.
Die entscheidende Frage lautete vielmehr, ob sie zum Tatzeitpunkt strafrechtlich verantwortlich war. Ihre Anwälte argumentierten, die Mutter habe an einer postpartalen Psychose gelitten und sei übermedikamentiert gewesen. Die Staatsanwaltschaft zeichnete ein anderes Bild. Clancy habe die Tötungen geplant und gewusst, was sie tat.
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Elf gegen einen – dann platzt der Prozess
Nach sieben Tagen Beratung gab es keine Einigung. Elf Geschworene wollten Clancy wegen fehlender strafrechtlicher Verantwortlichkeit für nicht schuldig erklären. Ein Juror stimmte dagegen. Da die Jury einstimmig entscheiden musste, erklärte Richter William Sullivan am 4. September den Prozess für gescheitert.
Danach begann der Streit darüber, was im Beratungszimmer tatsächlich passiert war. Drei Geschworene erklärten, der Gegenstimmer habe selbst von vernünftigen Zweifeln gesprochen, sich aber dennoch geweigert, Clancy für strafrechtlich nicht verantwortlich zu erklären. Der Mann widerspricht inzwischen öffentlich. Er habe während der Beratungen „keinerlei Zweifel“ gehabt und sei davon überzeugt gewesen, dass Clancy strafrechtlich verantwortlich sei.
Der geplatzte Prozess bedeutet keinen Freispruch. Clancys Anwalt Kevin Reddington beantragt inzwischen, das Verfahren ganz einzustellen und seine Mandantin freizusprechen. Über diesen Antrag soll am 29. September verhandelt werden. Die Staatsanwaltschaft hat bislang nicht bekannt gegeben, ob sie Clancy andernfalls erneut vor Gericht stellen will.
Verwendete Quellen: TMZ, X / EdPaltzik, CBS News
































