Tod auf Bahnübergang in LeingartenMutter (26) stirbt – ging sie bei Rot über die Gleise?

An diesem Bahnübergang in Leingarten passierte das tödliche Unglück
An diesem Bahnübergang in Leingarten passierte das tödliche Unglück. Die Markierung auf dem Boden soll die genaue Unglücksstelle zeigen.
RTL
von Larissa Thomé und Rouven Schroth

Der Schock sitzt tief.
Beim Zugunglück in Leingarten geht die Polizei inzwischen davon aus, dass die 26‑jährige Mutter den Bahnübergang bei Rot überquert hat. Akustisches Signal und Rotlicht sollen funktioniert haben, eine Schranke gibt es dort nicht.

Leingarten: Mutter (26) stirbt am Bahnübergang – Polizei vermutet Überquerung bei Rotlicht

Nach dem tödlichen Unfall westlich von Heilbronn gehen die Ermittler davon aus, dass die Frau trotz rotem Licht und Warnton den Reisenden‑Überweg am Haltepunkt Leingarten Mitte betreten hat. Nach bisherigem Stand seien sowohl das optische als auch das akustische Signal funktionstüchtig gewesen, teilte ein Polizeisprecher mit. Eine Schranke ist an dieser Stelle nicht installiert – gesichert wird der Übergang ausschließlich über Rotlicht und Ton.

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Die 26‑Jährige war, wie bereits berichtet, mit ihrem zweijährigen Kind unterwegs, als sie von einem durchfahrenden DB‑Zug erfasst wurde und starb. Das Kind überlebte mit Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft prüft weiterhin den genauen Hergang, doch aktuell zeichnet sich ab: Die Technik hat wohl funktioniert, es war vermutlich ein menschlicher Fehler. Deshalb geht die Polizei davon aus, dass die junge Mutter bei Rot gegangen ist.

Laut Betreiber: Übergang „entspricht Sicherheitsstandards“

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Die Albtal‑Verkehrs‑Gesellschaft (AVG), die dort die Infrastruktur betreibt, reagiert schockiert. Man habe „mit großer Bestürzung“ von dem Unfall erfahren und spreche den Angehörigen Beileid aus. Zugleich betont das Unternehmen: Der Reisenden‑Überweg entspreche „vollumfänglich den geltenden Sicherheitsstandards“. Im gesamten Netz gebe es mehrere Übergänge, die genau so – mit Rotlicht und akustischem Signal, aber ohne Schranke – gesichert sind.

Nach Kenntnis der AVG habe die Sicherungstechnik beim Unfall korrekt gearbeitet. Eine Nachrüstung mit Schranken sei bislang nicht geprüft worden, der Überweg gelte als „sichere Möglichkeit“, die Gleise zu queren. Öffentliche oder interne Diskussionen zur Sicherheit genau dieses Übergangs habe es dem Unternehmen zufolge bisher nicht gegeben. Die AVG unterstützt Staatsanwaltschaft und Eisenbahnaufsicht bei der Aufklärung.

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Fragen, die jetzt im Raum stehen

Auch wenn der Übergang nach den geltenden Regeln gebaut und gesichert ist, bleibt die Frage: Reichen Rotlicht und Warnton an einem Ort, den auch Familien mit Kindern und Fahrgäste aus Wohngebieten nutzen? Kritiker könnten argumentieren, dass Schranken gerade an stark frequentierten Stellen zusätzliche Sicherheit bieten. Die Betreiber verweisen dagegen auf Standards und darauf, dass Technik und Signale funktionierten.

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Für viele Menschen vor Ort bleibt vor allem das Bild einer Szene, die jeder kennt: schnell noch über die Gleise, der Zug ist angekündigt, die Ampel springt auf Rot. Dass aus diesem Alltag in Leingarten eine tödliche Tragödie wurde, macht das Unglück so schwer zu ertragen – und rückt die Frage in den Fokus, wie oft wir Warnsignale an Bahnübergängen vielleicht zu leicht nehmen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche