Er hatte Kapseln im Internet bestelltAlfie (25) starb an einer Koffeinüberdosis – jetzt warnt seine Schwester

Alfie Goddard (25) starb an einer Koffeinüberdosis – herbeigeführt durch Kapseln aus dem Internet.
Alfie Goddard (25) starb an einer Koffeinüberdosis – herbeigeführt durch Kapseln aus dem Internet.
SWNS

Barfuß läuft Alfie (25) über die Straße, erbricht Blut – wenig später ist er tot.
Was zunächst völlig rätselhaft erscheint, führt die Ermittler schließlich zu Kapseln, die der junge Mann im Internet bestellt hatte. Die Todesursache: eine Koffeinüberdosis. Jetzt warnt seine Schwester vor der unterschätzten Gefahr.

Alfie läuft barfuß über die Straße – dann stirbt er im Krankenhaus

Es sind verstörende Szenen, die sich am 28. Oktober 2025 im englischen Colchester abspielen. Alfie Goddard läuft barfuß und in einem offenbar verwirrten Zustand auf der Straße herum. Nach Angaben der britischen Zeitung The Sun läuft der 25-Jährige dabei auch vor fahrende Autos und erbricht Blut.

Alfie versucht dem Bericht zufolge noch selbst, über die britische Notrufnummer 999 Hilfe zu holen. Doch er kann nicht mehr deutlich sprechen. Schließlich alarmieren Mitarbeiter des betreuten Wohnheims, in dem der junge Mann lebt, den Rettungsdienst. Sanitäter und Polizisten treffen ein. Alfie wird ins Krankenhaus gebracht – doch die Ärzte können ihn nicht mehr retten. Der 25-Jährige stirbt schließlich an einem Herzstillstand.

Was zu seinem dramatischen Zustand geführt hat, stellt sich erst nach und nach heraus. Bei einer Durchsuchung seines Zimmers findet die Polizei laut The Sun mehrere Kapseln, die Koffein enthalten. Inspektor Tom Bastendorff von der Polizei in Essex erklärt bei der späteren gerichtlichen Untersuchung, er sei überzeugt, dass Alfie diese Kapseln eingenommen habe und dies zu seinem „unberechenbaren Verhalten” geführt habe.

Auch die toxikologische Untersuchung liefert einen entscheidenden Hinweis: Alfies Koffeinkonzentration habe „weit innerhalb des mit koffeinbedingten Todesfällen verbundenen Bereichs“ gelegen, zitiert The Sun aus der gerichtlichen Untersuchung.

Gerichtsmediziner Lincoln Brookes kommt schließlich zu einem eindeutigen Ergebnis: „Alfie Goddard starb versehentlich an einer Koffeinvergiftung, nachdem er am selben Tag zuvor in seinem Haus eine große Anzahl Koffeintabletten eingenommen hatte.“ Sein Tod wird als Unfall eingestuft.

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Alfie bestellte offenbar Nahrungsergänzungsmittel in großen Mengen

Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Alfie hatte laut The Sun mit mehreren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und lebte deshalb in einer betreuten Wohneinrichtung. Bei ihm waren dem Bericht zufolge unter anderem ADHS, eine Autismus-Spektrum-Störung und paranoide Schizophrenie diagnostiziert worden. Der Gerichtsmediziner verwies außerdem auf eine Vorgeschichte mit dem Missbrauch verschiedener Substanzen.

Seine Schwester Daisy beschreibt Alfie bei der gerichtlichen Untersuchung laut The Sun als Menschen mit einer „Suchtpersönlichkeit“. Besonders problematisch sei gewesen, dass er bestimmte Produkte problemlos im Internet kaufen konnte. „Er bestellte in großen Mengen und war besessen von verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln und Gesundheitsprodukten“, schildert Daisy. Die Familie habe demnach versucht, seinen Konsum einzuschränken.

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Wie viel Koffein Alfie genau bestellt beziehungsweise eingenommen hatte, ist nicht bekannt. Ein Vertreter des zuständigen NHS-Gesundheitsträgers erklärte bei der Untersuchung zudem, man habe keine Kenntnis davon gehabt, welche Mengen und welche Art von Koffeinprodukten Alfie gekauft hatte.

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„Wir vermissen ihn jeden Tag“ – Schwester warnt nach Alfies Tod

Nach dem Tod ihres Bruders möchte Daisy nun andere Menschen auf die mögliche Gefahr solcher Produkte aufmerksam machen. „Sein Unfalltod unterstreicht die Gefahr von nicht gekennzeichneten Koffeintabletten und -pulvern, die man problemlos online kaufen kann“, zitiert The Sun. Nach ihrer Einschätzung seien solche Produkte extrem stark. Und gerade weil sie legal erhältlich seien, werde die mögliche Gefahr womöglich unterschätzt.

Doch Daisy möchte ihren Bruder nicht auf seine Probleme und seinen tragischen Tod reduziert wissen: „Alfie war ein freundlicher und einfühlsamer Mensch“, erinnert sie sich nach der gerichtlichen Untersuchung. Es sei ihm besonders wichtig gewesen, seine Freunde und seine Familie zum Lachen zu bringen.

Trotz seiner komplexen psychischen Probleme sei ihr Bruder widerstandsfähig und ein echtes Unikat gewesen, so Daisy. „Wir vermissen ihn jeden Tag.“

Verwendete Quelle: The Sun