Einer wollte den anderen rettenZwillinge (22) sterben Arm in Arm durch Stromschlag

NJ VB K+ Strommasten
Ein Strommast sorgte für eine Tragödie in der Nähe von Perugia (Symbolbild)
IMAGO SP

Zusammen geboren, zusammen gestorben.
Francesco und Giacomo Fierloni aus dem italienischen Ort Magione sind Zwillinge. Die Brüder teilen auch ein Hobby: Sie halten Tauben. Eines der Tiere setzt sich auf eine Stromleitung. Als sie den Vogel vorsichtig herunterholen wollen, ereignet sich eine Tragödie.

Stromschlag mit 20.000 Volt

Francesco und Giacomo lieben ihre Tauben. In ihrer Freizeit trainieren die beiden eineiigen Zwillinge ihre Tiere für die anstehende Saison. Dabei entwischt ihnen einer der Vögel und lässt sich auf einer rund zehn Meter hohen Stromleitung nieder, die geschätzte 20.000 Volt führt, schreibt die italienische Zeitung Corriere dell’Umbria.

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Einer der Zwillinge versucht, die Taube mit einer Stange aus Kohlefaser einzufangen. Ersten Ermittlungen zufolge hat er mit dieser Stange versehentlich die Strom führende Leitung berührt. Er ist sofort tot.

Ein Bruder will den anderen retten

Sein Zwillingsbruder sieht das Drama und will ihm zu Hilfe eilen. Ein tödlicher Fehler. Auch ihn trifft ein Stromschlag, den er nicht überlebt. Die beiden 22-Jährigen, die zusammen geboren wurden, sterben am Dienstagabend (21. April) auch zusammen. Auf einem Feld, eng umschlungen.

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Ihre Angehörigen, die zunächst nichts von der Tragödie mitbekommen haben, versuchen, die jungen Männer telefonisch zu erreichen. Vergeblich. Als sie auch später am Abend nicht nach Hause kommen, macht sich ihr besorgter Vater Giorgio auf die Suche nach seinen Kindern. Auch der Onkel der beiden hilft mit.

Eine ganze Region trauert um die Zwillinge

Vater und Onkel finden Francesco und Giacomo schließlich gegen 23 Uhr leblos auf. Sie rufen noch Sanitäter herbei. Doch es ist zu spät. Die Wiederbelebungsmaßnahmen bleiben ohne Erfolg. Die ganze Region rund um die Heimat nahe der Stadt Perugia ist tief bewegt vom Schicksal der Brüder. Tausende kommen zu ihrer Beerdigung am Freitag (24. April) und nehmen Abschied.

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In seiner Predigt bittet Pfarrer Pitaqi: „Lasst uns die Familie nicht allein lassen, sie braucht unsere Nähe und unsere Zuneigung.“ Francesco und Giacomo, schreibt die Corriere dell’Umbria, wären in genau einem Monat 23 geworden. Sie hätten einmal den Heizungs- und Sanitärbetrieb des Vaters übernehmen sollen. Die Tragödie ist für alle schwer zu begreifen.

Verwendete Quellen: Corriere dell’Umbria, Corriere dell’Umbria