Neue Wendung im TV-Skandal„Hochzeit auf den ersten Blick“-Star wegen Vergewaltigungsverdachts festgenommen

Die Standesämter in NRW blicken weitgehend entspannt auf die bevorstehende Hochzeitssaison. Zu Engpässen bei den Terminbuchungen kommt es nur selten. (Symbolbild)
Nach schweren Missbrauchsvorwürfen gegen die britische Kuppelshow gibt es eine dramatische Wende – die Polizei hat einen ehemaligen Teilnehmer verhaftet.(Symbolbild)
Silas Stein/dpa
von Martina Lewinski

Die Vorwürfe erschütterten bereits die gesamte TV-Branche – jetzt folgt der nächste Paukenschlag.
Ein ehemaliger Teilnehmer der britischen Ausgabe von „Hochzeit auf den ersten Blick – UK“ ist wegen des Verdachts der Vergewaltigung festgenommen worden. Die Ermittlungen laufen – und der Druck auf Sender und Produktionsfirma wächst weiter.

Schwere Vorwürfe gegen ehemalige Teilnehmer

Der Skandal um die britische Version von „Hochzeit auf den ersten Blick – UK“ nimmt immer größere Ausmaße an. Wie die Londoner Metropolitan Police bestätigt, wurde ein ehemaliger männlicher Teilnehmer der Show am 18. Juni wegen des Verdachts der Vergewaltigung festgenommen. Inzwischen wurde der Mann gegen Kaution wieder entlassen. Die Ermittlungen dauern an.

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Die Polizei machte keine Angaben zur Identität des Beschuldigten. Hintergrund der Ermittlungen sind mehrere Vorwürfe von Frauen, die während der Dreharbeiten an der Realityshow teilgenommen hatten.

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Darum geht es in dem Skandal

Ausgelöst wurde der Fall durch die BBC-Dokumentation „The Dark Side of Married at First Sight”, die im Mai ausgestrahlt wurde. Darin berichten drei ehemalige Teilnehmerinnen von schweren Übergriffen.

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Zwei Frauen werfen ihren jeweiligen TV-Ehemännern Vergewaltigung vor. Eine der Betroffenen schildert, ihr Mann habe sie trotz mehrfacher Ablehnung zum Sex gezwungen. Eine weitere Frau berichtet zusätzlich von einer Drohung mit einem Säureangriff.

Auch Ex-Kandidatin Shona Manderson erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren damaligen TV-Partner. Sie spricht von einem nicht einvernehmlichen sexuellen Vorfall während der Dreharbeiten. Alle drei beschuldigten Männer weisen die Vorwürfe zurück.

Jetzt greift die Polizei ein

Mit der Festnahme eines ehemaligen Teilnehmers erreicht der Fall nun eine neue Dimension. Die Metropolitan Police hat eigens ein Spezialteam eingesetzt, das die Vorwürfe untersucht.

Der Fall sorgt inzwischen auch politisch für Aufsehen. Die britische Kulturministerin Lisa Nandy kritisierte den Umgang von Channel 4 mit den Anschuldigungen öffentlich. Sie erklärte, die bisherigen Reaktionen des Senders seien nicht ausreichend gewesen.

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„Zutiefst verstörend”

Die britische Ausgabe von „Hochzeit auf den ersten Blick“ gehörte jahrelang zu den erfolgreichsten Realityformaten des Senders Channel 4. Nach den Enthüllungen wurden jedoch sämtliche Folgen der Show aus den Streaming-Angeboten entfernt. Zudem ließ der Sender eine unabhängige Untersuchung einleiten.

Channel-4-Managerin Priya Dogra entschuldigte sich öffentlich bei den betroffenen Frauen und bezeichnete deren Schilderungen als „zutiefst verstörend”. Die Produktionsfirma CPL weist die Vorwürfe zurück und betont, ihr Betreuungssystem für Teilnehmer entspreche einem „Goldstandard”.

Ermittlungen dauern an

Die Metropolitan Police bittet weitere mögliche Betroffene, sich zu melden. Ob gegen weitere ehemalige Teilnehmer ermittelt wird oder es zu einer Anklage kommt, ist derzeit noch offen.

Fest steht jedoch: Der Skandal um „Hochzeit auf den ersten Blick – UK” entwickelt sich immer mehr zu einer der größten Krisen, die eine Realityshow in Großbritannien bislang erlebt hat.

Verwendete Quelle: The Sun