Nach Hauseinsturz in GörlitzVermisste Frau (25) tot aus Trümmern geborgen

Hinter einem Sichtschutz tragen die Einsatzkräfte der Feuerwehr eine Leiche aus den Trümmern.
Hinter einem Sichtschutz tragen die Einsatzkräfte der Feuerwehr eine Leiche aus den Trümmern.
hjb, Paul Glaser/dpa, Paul Glaser

Traurige Gewissheit!
Nach dem verheerenden Hauseinsturz am Montag (18. Mai) in Görlitz ist die Hoffnung auf ein Wunder kleiner geworden: Einsatzkräfte bargen aus den Trümmern die Leiche einer 25-jährigen Touristin aus Rumänien. Während Retter unermüdlich weiter nach zwei Vermissten suchen, dauern die gefährlichen Bergungsarbeiten an.

Suche läuft weiter

Einsatzkräfte fanden die verschüttete Person mit Hilfe eines Spürhunds am Mittwoch (20. Mai) gegen 22.30 Uhr in den Trümmern, wie die Sprecherin in der Nacht schilderte. Daraufhin wurden die Arbeiten erst mal gestoppt. Ein Notarzt stellte den Tod fest, woraufhin die Leiche geborgen wurde. Die Kriminalpolizei habe Spuren gesichert und ermittle.

Die Suche nach beiden weiteren Vermissten ging in der Nacht weiter. Spürhunde sollen helfen, sie zu finden. Sie hätten schon an mehreren Stellen angeschlagen, wie die Sprecherin berichtete.

Das Haus, in dem sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen befanden, war am Montagabend (18. Mai) aus bislang ungeklärter Ursache eingestürzt. Daraufhin wurden zunächst fünf Menschen vermisst, bei zwei von ihnen war der Aufenthalt bereits nach wenigen Stunden geklärt - die beiden Feriengäste befanden sich noch auf der Anreise.

Wettlauf gegen die Zeit

Nun gelten noch eine weitere rumänische Touristin im Alter von 26 Jahren und ein 48 Jahre alter Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit als vermisst. Nach ihnen wurde unermüdlich gesucht, teils arbeiteten sich die Einsatzkräfte auch mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg. 

Streaming Tipp
RTL Aktuell
Jetzt auf RTL+ streamen

Es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Dazu teilte das Technische Hilfswerk (THW) mit: „Die sogenannte ,goldene Rettungszeit’ liegt meist in den ersten 24 bis 72 Stunden – in diesem Zeitraum sind die Überlebenschancen am höchsten”, erklärte Andrea Wirth vom THW-Landesverband Sachsen, Thüringen.

Beim Bergen von Trümmerteilen waren auch mehrere Radlader, Bagger und Kräne im Einsatz. Die Belastung für die Einsatzkräfte selbst war hoch. Es gebe viel Staub, die ganze Zeit müsse mit Schutzmasken gearbeitet werden, sagte der Sprecher der THW-Einsatzleitung Daniel Hofmann.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Video-Tipp: Dramatischer Hauseinsturz in Görlitz – Angehöriger bangt um vermisste Ehefrau!

Ursache weiter unklar

Die genaue Ursache des Unglücks in der Stadt im Osten Sachsens steht nach wie vor nicht fest. „Aber es sieht nach einer Gasexplosion aus”, sagte der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU). Wenige Stunden nach dem Zusammensturz des Gründerzeithauses wurde nach Polizeiangaben ein Gasleck gefunden.

Dies erschwerte auch die Arbeit der Einsatzkräfte, weil vermutet wurde, dass unter den Trümmern Gas austrat. In der Nacht zum Mittwoch waren die Gasleitungen rund um die Unglücksstelle vollständig geleert worden. Dadurch sei die Explosionsgefahr geringer, und die Arbeiten seien weniger gefährlich geworden, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Suche war währenddessen aus Sicherheitsgründen unterbrochen worden. Trotz der geleerten Gasleitungen kann es der Sprecherin zufolge noch Hohlräume mit Gas geben.

Von dem Haus ist nicht mehr viel zu erkennen. „Die Trümmer stapeln sich ungefähr bis zur zweiten Etage. Und es ist tatsächlich ein Schutthaufen, wie man ihn sich vorstellt auf einem großen Abriss”, sagte Hofmann vom THW. (lmi/dpa)

Verwendete Quelle: dpa