Schwere Gasexplosion?Haus in Görlitz eingestürzt – Einsatzkräfte suchen nach Vermissten

Horror in Görlitz!
Nach dem Einsturz eines Gründerzeithauses im sächsischen Görlitz läuft die Suche nach möglichen Opfern. Zeugen berichten von Explosionsgeräuschen und Gasgeruch. Ein Mann vermutet seine Frau unter den Trümmern. Noch ist vieles unklar.
Haus in Görlitz eingestürzt – Tote oder Verletzte?
Nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses in der Innenstadt von Görlitz läuft die Suche nach Vermissten. „Es gibt mehrere Menschen, die derzeit nicht erreichbar sind”, sagte Polizeisprecherin Anja Leuschner der Deutschen Presse-Agentur.

An der Unfallstelle wurden unter anderem zwei Spürhunde eingesetzt. Das Haus war am frühen Abend eingestürzt, die genaue Ursache dafür ist noch unklar. Bestätigt wurde aber inzwischen, dass es ein Gasleck gab.
In dem Gründerzeithause in der James-von-Moltke-Straße unweit des Görlitzer Bahnhofs befanden sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen. „Davon waren mehrere Parteien vermietet”, sagte die Polizeisprecherin. Die Bild berichtete, es würden fünf Menschen vermisst, zwei davon könnten unter den Trümmern liegen. Die Polizeisprecherin bestätigte diese Zahlen nicht. Sie betonte, dass auch denkbar sei, dass die Vermissten sich nicht in dem Haus aufgehalten hätten. Die Vermisstensuche soll die ganze Nacht über weitergeführt werden.

Gasexplosion in Wohnhaus mit Ferienwohnungen in Görtlitz?
Wenige Stunden nachdem das Haus in der Stadt im Osten von Sachsen in sich zusammengefallen war, wurde nach Polizeiangaben ein Gasleck gefunden. Es befinde sich unter den Trümmern. Polizeisprecherin Leuschner betonte, es sei trotzdem weiter unklar, ob der Einsturz durch das Austreten von Gas verursacht wurde. „Es muss nicht heißen, dass es eine Gasexplosion gab”, sagte sie.
Bis zum späten Abend waren insgesamt rund 120 Einsatzkräfte vor Ort. Dank spezieller Messgeräte könne trotz des Gaslecks nach Vermissten gesucht werden, sagte Leuschner. Zuvor hatten Zeugen der Polizei von einer Explosion und dem Geruch von Gas berichtet.
Einsatzkräfte rufen „Können Sie uns hören?”
Derzeit liefe an der Unfallstelle die Vermisstensuche auf Hochtouren, betonte Leuschner. Die Spürhunde kletterten auf die Trümmer und zeigten an, wenn sie etwas bemerkten. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks standen vor dem eingestürzten Gebäude und riefen: „Hier ist das THW, können Sie uns hören?” Am Einsturzort hielt sich zu dieser Zeit auch ein Mann auf, der seine Frau in dem eingestürzten Haus vermutete. Am Einsturzort hielt sich zu dieser Zeit auch ein Mann auf, der seine Frau und seine Cousine in dem eingestürzten Haus vermutete.
Bürgermeister meldet sich nach Hauseinsturz
Nach Angaben des Ordnungsamtes handelt es sich bei dem Haus um ein Gebäude der Wohnungsbaugesellschaft KommWohnen, die ein Tochterunternehmen der Stadt Görlitz ist. Der Bereich um das Haus wurde weiträumig evakuiert und abgesperrt.
Nach dem Einsturz hatte die Polizei mindestens drei Häuser evakuiert. Außerdem wurde der Ort des Geschehens so abgesperrt, dass Schaulustige das Haus nicht mehr sehen konnten. Dennoch waren Menschen gekommen, die an der Absperrung standen und die Lage beobachteten. Der Oberbürgermeister von Görlitz, Octavian Ursu (CDU), machte sich am Einsturzort ein Bild von der Lage. „Das tragische Unglück macht uns sehr betroffen: In der James-von-Moltke-Straße ist, vermutlich durch eine Gasexplosion, ein bewohntes Haus eingestürzt. Derzeit werden mehrere Personen vermisst“, schrieb er auf Facebook.
Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands, sie liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen der historischen unzerstörten Altstadtkulisse ist die Stadt auch ein gefragter Drehort für internationale Filmproduktionen. (jow/dpa)
Verwendete Quellen: dpa


