Ermittler ändern EinschätzungNach Vergewaltigungs-Vorwürfen in Halle – Jugendliche wieder auf freiem Fuß

Die Polizei Halle hat die Tatverdächtigen festgenommen.
Die Polizei Halle hatte mehrere Tatverdächtigen festgenommen.
RTL

Kein Haftantrag gegen Jugendliche.
Vier junge Männer standen in Halle an der Saale unter schwerem Verdacht. Es ging um den Vorwurf, sie hätten in einer Wohnung mehrere minderjährige Mädchen zum Sex gezwungen. Jetzt bewertet die Staatsanwaltschaft den Fall nach ersten Ermittlungen doch völlig anders.

Vergewaltigungsvorwürfe in Halle nehmen neue Wendung

Zwölf und 13 Jahre alt sollen die Mädchen sein, um die es in diesem Fall geht. Nach den Vergewaltigungsvorwürfen in Halle gibt es nun eine entscheidende Wendung. Die Staatsanwaltschaft will keinen Haftantrag gegen die Jugendlichen stellen, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Oberstaatsanwalt Dennis Cernota erklärt dpa, man gehe nach aktuellem Ermittlungsstand davon aus, dass die Personen freiwillig zusammengekommen seien. Einige der Anwesenden hätten sich demnach bereits vor dem Abend gekannt, in einem Fall gebe es sogar ein Verwandtschaftsverhältnis.

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Der Fall war am Sonntag (14. Juni) bekannt geworden. Nach ersten Angaben der Polizei standen vier Jugendliche im Alter von 13 und 16 Jahren im Verdacht, vier Mädchen vergewaltigt zu haben. Die Jugendlichen kamen zunächst vorläufig in Gewahrsam. Der 13-Jährige wurde wenig später wieder freigelassen.

Nun sind nach den aktuellen Informationen alle Beschuldigten wieder auf freiem Fuß. Weil die Mädchen nach zusätzlicher Information zwölf und 13 Jahre alt sein sollen, richten sich die Ermittlungen jetzt auf den Verdacht der sexuelle Handlungen an Kindern.

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Zwei Mädchen kamen ins Krankenhaus

Zwei der Mädchen mussten am Samstag medizinisch in einem Krankenhaus versorgt werden. Zwei weitere wurden von Ärzten ambulant behandelt. Laut Polizei prüften die Mediziner dabei auch, ob den Mädchen möglicherweise Bewusstseins-beeinflussende Substanzen verabreicht wurden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft traf sich die Gruppe am Samstagabend in einem Mehrfamilienhaus im Süden von Halle. Die Initiative für das Treffen sei von den Geschädigten selbst ausgegangen. Außerdem hätten sie Alkohol besorgt, den nahezu alle Anwesenden in erheblichem Umfang konsumiert hätten.

Ermittler prüfen weiter den Ablauf des Abends

Für die Staatsanwaltschaft steht jetzt vor allem eine Frage im Mittelpunkt. Was genau geschah an diesem Abend in dem Mehrfamilienhaus? Die Ermittlungen laufen weiter. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben alle Beteiligten einen Migrationshintergrund. (tbe/dpa)

Verwendete Quelle: dpa