Babybilder alarmieren ErmittlerKinderhandel-Verdacht nach Fund eines toten Säuglings in Athen

Nach dem Fund eines toten Säuglings in Athen prüfen Ermittler laut Medienberichten nun, ob ein Mann weitere Kinder verkauft hat (Symbolbild)
Nach dem Fund eines toten Säuglings in Athen prüfen Ermittler laut Medienberichten nun, ob ein Mann weitere Kinder verkauft hat (Symbolbild) 
ADOBE FOTO STOCK

Wo sind die Kinder?
Im Fall eines Ende August in einer Wohnung in Athen gefundenen toten Säuglings gibt es einen weiteren Verdacht. Wie griechische Medien berichten, prüfen die Behörden möglichen Kinderhandel. Im Fokus stehen ein 43-jähriger Grieche und seine 38-jährige deutsche Partnerin. Fotos des Mannes mit Babys werfen Fragen nach deren Identität und Verbleib auf.

Polizisten entdecken totes Baby in Kühltasche

Der Leichnam eines Babys war verschiedenen Medienberichten zufolge am 30. August in einer Wohnung in der griechischen Hauptstadt gefunden worden. Er lag in Plastik verpackt in einer Kühltasche, berichtet Bild. Griechische Medien berichteten, der Körper sei mutmaßlich eingefroren gewesen und habe Verletzungen aufgewiesen.

Im Zusammenhang mit dem Fall rückten ein 43 Jahre alter Grieche und eine 38-jährige Deutsche in den Fokus der Ermittlungen wegen eines mutmaßlichen Tötungsdelikts. Sie sitzen inzwischen, so Bild, in Untersuchungshaft. Beide sollen laut dpa Verbindungen nach Hamburg haben. Nach derzeitigen Erkenntnissen der Hamburger Polizei hätten die Betroffenen in der Vergangenheit in der Hansestadt gelebt.

Bei der Suche nach dem Geburtsdatum des toten Kindes stießen die Beamten laut dem Portal real.gr auf Aufnahmen im Cloudspeicher des Mannes. Das Paar habe zum Geburtsjahr widersprüchliche Angaben gemacht.

Lese-Tipp: Für 800 Euro! Vater (36) verkauft eigenes Baby über Facebook

Verdacht auf Kinderhandel führt Ermittler in Geburtskliniken

Die Fotos stammen aus den Jahren 2011 und 2017. Zu den abgebildeten Babys habe der Mann jeweils angegeben, sie seien seine Söhne. In einem Bericht auf real.gr. erzählt ein möglicher Verwandter, er habe den Mann gefragt, ob er das erste Baby verkauft habe. Eine Antwort habe nicht erhalten.

Nun suchen die Behörden landesweit in Gemeinden und Geburtskliniken nach Hinweisen auf weitere Kinder des Paares. Sie wollen klären, welche Geburten registriert wurden. Wie viele verschiedene Babys auf den Fotos zu sehen sind und was aus ihnen wurde, ist nicht vollständig geklärt. Ob tatsächlich Kinder verkauft wurden, ist bislang offen.

Lese-Tipp: Frau entführt und verkauft 17 Kinder – Todesstrafe!

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Anwalt erklärt, wo der Sohn von 2011 lebt

Für eines der Fotos nennt der Verteidiger des Paares, Christos Psarras, eine Erklärung. „Mein Mandant hat auch einen Sohn aus dem Jahr 2011. Er stammt von einer anderen Frau, bei der das Kind jetzt lebt“, sagt er Bild.

Nach Angaben der Zeitung konnte auch ein 2017 geborener Junge identifiziert werden. Ein DNA-Test habe jedoch die Vaterschaft des 43-Jährigen ausgeschlossen. Laut Psarras habe sein Mandant das erst jetzt erfahren. Das Paar sei zur Zeit der Zeugung kurzzeitig getrennt gewesen.

Die Deutsche hatte ihren Partner bereits 2020 bei der griechischen Polizei angezeigt, heißt es im Bild-Bericht. Sie warf ihm vor, sie nach Griechenland verschleppt und zur Prostitution gezwungen zu haben. Psarras bestätigte Bild, dass sein Mandant damals in Untersuchungshaft kam und später freigelassen wurde.

Verwendete Quellen: real.gr, Bild, dpa