Gewalt an Schulen nimmt zuWenn Schüler zuschlagen: Was Lehrer bei Gewalt wirklich dürfen

von Malena Menezes, Luisa Graf und Martina Lewinski

Wenn Schüler zuschlagen, randalieren oder völlig die Kontrolle verlieren, müssen Lehrer innerhalb von Sekunden reagieren.
Gewalt und Aggressionen an Schulen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Zahlen aus der Kriminalstatistik zeigen: Schwere Gewalttaten gegen Lehrkräfte haben deutlich zugenommen. Doch was dürfen Lehrer eigentlich tun, wenn eine Situation eskaliert?

Schulleiterin beobachtet Veränderungen bei Kindern

Dass sich der Schulalltag verändert hat, erlebt auch Ines Fickenwirth, Schulleiterin einer Grundschule in Leipzig. „Man merkt schon, dass sich die Kinder verändert haben, die ganze Lebenssituation und auch die Umwelt“, erzählt sie. Gewalt gegen das Lehrpersonal komme an ihrer Schule bislang äußerst selten vor. Wutausbrüche gebe es allerdings durchaus: So würden Kinder beispielsweise Gegenstände durch die Gegend werfen.

Laut Kriminalstatistik hat sich die Zahl schwerer Gewalttaten gegen Lehrer an deutschen Schulen seit 2015 deutlich erhöht: von 268 auf 557 Fälle im Jahr 2024.

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Wie weit dürfen Lehrer bei Gewalt gehen?

Auch andere Länder beschäftigt das Problem. Dänemark will Lehrkräften per Gesetz mehr Möglichkeiten geben, körperlich einzugreifen. Schüler sollen demnach als letztes Mittel festgehalten oder gegen ihren Willen aus dem Klassenzimmer gebracht werden dürfen – unter bestimmten Voraussetzungen auch bei massiven Unterrichtsstörungen oder Beleidigungen.

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Und in Deutschland? Lehrer dürfen sich gegen Angriffe wehren und einschreiten, wenn Schüler andere Kinder attackieren, randalieren oder Gegenstände zerstören. Schwieriger kann die Situation bei massiven Unterrichtsstörungen sein.

Auch Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), fordert mehr Rückendeckung für Lehrkräfte. „Wenn sich die kloppen im Pausenhof, was soll ich denn dann machen?“, sagt sie. Neben klaren Regeln für Situationen, in denen Lehrer eingreifen müssen, brauche es aus ihrer Sicht auch mehr Unterstützung durch Schulsozialarbeiter und Jugendsozialarbeit.

Für Lehrer bleibt das Eingreifen damit eine schwierige Gratwanderung. Denn am Ende muss vor allem eines gewährleistet sein: Schulen müssen sichere Orte für Kinder und Lehrkräfte sein.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche