„So still und endgültig”Getöteter Fabian (†8) aus Güstrow – bewegende Worte seiner Mutter zum Grabstein

Ein Symbol für die Ewigkeit.
Nachdem im Oktober 2025 die Leiche des Kindes gefunden worden war, brach für Fabians Mutter Dorina eine Welt zusammen. Auch Monate später gibt es Augenblicke, die für die Frau aus Güstrow offensichtlich kaum zu bewältigen sind. So wie jetzt, als der Grabstein für ihren Sohn aufgestellt wird. Dorina L. nutzt den Moment, um ihrer Trauer öffentlich Ausdruck zu verleihen – und um sich zu bedanken.
Grabstein für Fabian (†8) aus Güstrow aufgestellt
Die Sonne scheint auf dem Foto, das Dorina L. am Mittwoch (1. April) auf ihrem Facebook-Account teilt, auf das Grab ihres Sohnes. Die letzte Ruhestätte des Kindes ist gepflegt, blaue Linien teilen die schwarze Steinplatte und nehmen ihr optisch die Schwere. Neben Herzen, Kerzen und Blumen zieren Kuscheltiere und Spielzeug die Stelle. Darunter ist auch ein grüner Traktor. Der Achtjährige mochte Autos und schwere Maschinen wohl sehr gern. Nach seinem Verschwinden am 10. Oktober 2025 wurde ein Foto veröffentlicht, das den Jungen auf der Trittstufe eines roten Traktors zeigt. Er hat die linke Hand erhoben, streckt Zeige- und Mittelfinger zum Victory-Zeichen in die Luft.

Bereits im März betonte Dorina L. RTL in einem Interview, wie wichtig es ihr sei, dass das Grab des kleinen Jungen immer ordentlich aussieht und „dass er immer ein Licht hat“. Das sei das Letzte, was sie Fabian noch geben könne. „Er hat so gerne gekuschelt und ich hab‘ jedes Mal das Gefühl, als wenn er mich hier wieder umarmt“, berichtete sie.
Lese-Tipp: Anklage im Fall Fabian (†8) – das sagt seine Mutter
Für Fabians (†8) Mutter Dorina kommt alles wieder hoch

Damals erzählte Dorina L. RTL auch, dass sie im Moment viel Zeit an Fabians Grab verbringen würde. „Mir gibt das auch ganz vier, dass ich ihn hier wenigstens noch besuchen kann“, sagte sie. „Ich sprech‘ mit ihm und denk‘ halt auch viel nach.“ Nun ziert auch ein Grabstein die letzte Ruhestätte ihres Sohnes. Neben dem Namen des Kindes, Geburts- und Sterbedatum zeigt der Stein ein Foto des getöteten Jungen. Außerdem ist oben links das Bild eines Nachthimmels mit Sternen und einer Mondsichel zu sehen.
Dahinter könnte eine tiefergehende Bedeutung stecken: Sterne als Grabsteinmotiv „gelten als kraftspendendes Symbol und Zeichen der ewigen Verbundenheit zwischen Verstorbenen und Hinterbliebenen. Außerdem signalisiert ein Grabstein mit Sternen das Licht, das in der Dunkelheit der Trauer weiterlebt”, heißt es auf der Website von Messerschmidt Grabsteine.
Lese-Tipp: Als Vater „schwer zu ertragen” – RTL-Reporter erinnert sich an seinen Einsatz im Fall Fabian (†8)
Fabians Mutter beschreibt auf Facebook zum Aufstellen des Grabsteins am Mittwoch (1. April) ihre Gefühle. „So still und endgültig” habe sich der Moment angefühlt: „Als ich davor stand, ist alles noch einmal hochgekommen. Als müsse ich es nochmal von vorne begreifen.”
Video-Tipp: Mutter des getöteten Fabian (†8) fühlt sich „allein gelassen von der Polizei”
Der Fall Fabian aus Güstrow – Chronologie eines Verbrechens
Alles, damit meint sie sicherlich nicht nur die schweren Wochen, die hinter ihr liegen, sondern auch das Unfassbare, das ihrem Kind angetan wurde. Fabian war allein zu Hause, als er am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung der Mutter verschwand. Vier Tage lang wurde nach ihm in und um Güstrow gesucht. Unter anderem deutete die Suche mit Leichenhunden an, dass er sich im Schilf des Güstrower Inselsees befinden könnte. Gefunden wurde er dann allerdings 15 Kilometer südlich der Stadt.
Die Staatsanwaltschaft Rostock klagt eine ehemalige Freundin des Vaters wegen heimtückischen Mordes an. Die 29-Jährige soll den Jungen im Oktober 2025 aus der Wohnung der Mutter gelockt und an einem Tümpel auf einem Feld mit mindestens sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers getötet haben, wie die Behörde am Montag (9. März) mitteilte.
Lese-Tipp: RTL sagte Gina H. noch: „Ich habe damit nichts zu tun!” – jetzt ist sie wegen Mordes angeklagt
Um die Spuren der Tat zu beseitigen, soll sie den Leichnam später mittels Brandbeschleuniger angezündet haben. Zu einem Motiv äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht. Nach Angaben der Ermittler handelt es sich um die Frau, die vier Tage nach dem Verschwinden Fabians angab, den Jungen während eines Spaziergangs mit ihrem Hund gefunden zu haben.
Kurz zuvor hatte sie mehreren Medien gegenüber ihre Unschuld beteuert. Anfang November wurde die Tatverdächtige festgenommen. Sie sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Lese-Tipp: Reichen die Indizien, um Gina H. im Fall des getöteten Fabian (†8) zu überführen?

Dorina L. bedankt sich für Anteilnahme
In dem Facebook-Post zum Grabstein ihres Sohnes dankt Dorina L. den vielen Menschen, die ihr in der letzten Zeit beigestanden haben: „Ihr habt mir nicht nur finanziell geholfen, sondern mir auch das Gefühl gegeben, nicht alleine zu sein”, schreibt sie. Ihre Dankbarkeit sei viel größer, als jedes Wort, das sie schreiben könne. „Ich werde das mein Leben lang nicht vergessen. Von ganzen und tiefsten Herzen, sage ich Danke. Danke, dass es solch positiven Menschen wie euch noch gibt.”
Lese-Tipp: Anwältin von Dorina L. im RTL-Gespräch – welche Fragen Fabians (†8) Mutter jetzt quälen
Fabians Mutter zeigt nicht zum ersten Mal, mit wie viel Kraft sie den Verlust ihres Kindes verarbeitet. Diese Stärke wird ihr hoffentlich auch helfen, der Frau, die ihren Sohn getötet haben soll, im Gerichtssaal in die Augen zu blicken. Der Prozessbeginn ist noch nicht bekannt.
Verwendete Quellen: Facebook/Dorina L., RTL-eigene Recherche, Messerschmidt Grabsteine, afp



