Tier vor dänischer Küste unterwegsDas Wal-Drama geht weiter – Freilassung scheitert beim ersten Versuch

Seit Tagen tuckert die Barge mit dem einst gestrandeten Buckelwal in Richtung Nordsee. Hoher Wellengang und starker Wind unterbrechen die Fahrt zunächst. Dann geht es weiter und am Abend wird sogar versucht, das Tier in die Freiheit zu entlassen - ohne Erfolg.
Der Schiffskonvoi mit dem mehrmals an der deutschen Ostseeküste gestrandeten Buckelwal fährt kurz vor Sonnenuntergang auf Kurs im Skagerrak genannten Teil der Nordsee. Der Schlepper, die sogenannte Barge mit dem Wal sowie das Begleitschiff fuhren am Abend nördlich der nördlichsten Spitze Dänemarks zunächst in Richtung Norwegen. Die Freisetzung des Wals soll an einem öffentlich nicht bekannten Ort in der Nordsee erfolgen.
Gegen 19.20 Uhr unternahmen die Walretter den Versuch, das Tier aus der Barge zu ziehen. Zuvor hatte sich ein kleines Schlauchboot genähert. Zunächst wurden weitere Personen auf der Barge abgesetzt. Wie der Kanal News 5 in seinem Livestream berichtete, befanden sich zuvor lediglich fünf Personen auf der Barge. Im Anschluss wurden ein oder mehrere Seile am Wal befestigt. Es wurde dann sowohl von der Barge aus als auch vom Schlauchboot aus versucht, den Wal ins offene Meer zu ziehen. Den Schilderungen im Livestream zufolge soll das Tier selbst dabei wenig Aktivität gezeigt haben. Dennoch befand es sich zwischenzeitlich bereits in der unteren Hälfte der Barge, und damit dem Ausgang nahe. Im Anschluss schwamm der Wal allerdings wieder in den oberen Teil zurück und verharrt dort seither weitgehend.
Zentrale Schwierigkeit scheint zu sein, dass das Tier vor Tagen vorwärts in die Barge geschwommen ist. Es kann sich in der Barge jedoch nicht drehen. Und Wale können in der Regel nicht rückwärts schwimmen, sodass offen ist, wie das Tier aus dem Schlepper entlassen werden soll. Aufgrund der einsetzenden Dunkelheit ist ungewiss, ob ein weiterer Versuch unternommen wird.
Der Konvoi hatte am Morgen unmittelbar am Übergang zwischen Ost- und Nordsee wegen des hohen Wellengangs den Kurs ändern müssen und war zunächst zurück Richtung Süden gefahren. Das Absperrnetz an der Barge wurde in diesem Zeitraum entfernt. Am Nachmittag konnte der Kurs Richtung Norden dann wieder aufgenommen werden.
Mitglieder der verantwortlichen privaten Initiative hatten am Mittag bekräftigt, dass jeder Kilometer Richtung Nordsee zähle. Der rund zwölf Meter lange Buckelwal hatte vier Wochen vor der Insel Poel bei Wismar gelegen. Gegen den Rat vieler Wissenschaftler, Fachinstitutionen und Tierschutzorganisationen versuchte die private Initiative seit Mitte April, den Wal zu bergen, um ihn lebend in die Nordsee oder den Atlantik zu bringen.
Verwendete Quellen: als/dpa


