Tracker springt noch nicht anTimmy wieder frei – aber keine Senderdaten

Buckelwal Timmy schwimmt endlich wieder im Meer. Das Tier wurde am Samstagmorgen in der Nordsee freigesetzt. Daten eines GPS-Senders sollen zeigen, wohin er schwimmt. Doch noch sendet das Gerät nicht.

Wal trägt Peilsender, aber das Signal fehlt

Der mehrfach an Ostsee-Küsten gestrandete Buckelwal ist wieder im offenen Meer - in welche Richtung er schwimmt, blieb zunächst aber unklar. „Peildaten sind bei der Initiative mehrfach angefordert worden. Bislang haben wir nichts”, teilte Eva Klaußner-Ziebarth, Sprecherin des Umweltministeriums in Mecklenburg-Vorpommern, am Morgen mit. Die Fachleute hätten gerade noch mal um die Herausgabe der Daten bis heute Mittag gebeten.

Vorerst lägen ihm noch keine Daten vor, erklärte Jens Schwarck, Mitglied der privaten Initiative und beim Transport mit dabei, am Vormittag. Die Allgemeinheit wird seinen Weg ohnehin nicht verfolgen können: Die Informationen, wo sich der Wal befinde, würden nur den Teammitgliedern der Privatinitiative und dem Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung gestellt, hatte die Rechtsanwältin der Initiative, Constanze von der Meden, gesagt.

Laut Bild gibt es aktuell Probleme mit Timmys Tracker. „Wir warten nun, dass der Tracker anspringt, dafür muss er jedoch zehn Sekunden am Stück komplett im Wasser sein und das Netz ist schlecht“, sagte Karin Walter-Mommert, Initiatorin der Rettungsaktion, der Zeitung.

Wie es Wal Timmy geht, ist unklar

Es gab zunächst auch keine Angaben dazu, in welchem Zustand sich das Tier befand und wie genau es von Bord schwamm oder bugsiert wurde. Im Bereich des Übergangs von der Ost - in die Nordsee hatte es zeitweise starken Wellengang gegeben, der Wal war im Transportkahn stark hin- und her geschaukelt. Obwohl das Absperrnetz am Ende bereits am Freitagnachmittag entfernt wurde, war das Tier weiter in der Barge geblieben.

Nach Angaben Schwarcks war der Wal gegen 9.00 Uhr am Samstagmorgen nicht mehr im Lastkahn. Der Konvoi befand sich am Morgen etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt im Skagerrak. Auf Drohnenbildern des Livestream-Anbieters News5 war zeitweise ein im Wasser schwimmender Wal zu erkennen - ob es sich tatsächlich um das freigesetzte Tier handelte, ließ sich nicht gesichert sagen.

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Der vier bis sechs Jahre alte Walbulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden. In den etwa 60 Tagen bis zum Transport lag er rund zwei Drittel der Zeit in Flachwasserzonen, zuletzt vor der Insel Poel. Am Dienstag war er in einen Lastkahn bugsiert worden, der dann an einen Schlepper gekoppelt Richtung Nordsee startete.

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Timmy nicht final gerettet – darum geht es jetzt

Als gerettet gilt der Wal auch nach dem Freisetzen nicht. Nach der langen Liegezeit sei fraglich, ob der Wal noch normal schwimmen und tauchen könne, hatte der Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter erklärt. Auch die Frage nach der Nahrungsaufnahme stelle sich wegen der in seinem Maul gefundenen Netzteile. Der Wal sei allen Anzeichen nach alles andere als fit.

Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) betonte: „Von einer Rettung kann man erst sprechen, wenn sich der Wal zurück im Nordatlantik befindet und dort langfristig überlebt; sich seine Haut wieder vollständig erholt hat; er wieder eigenständig auf Nahrungssuche geht und an Gewicht zunimmt; und seinem natürlichen Verhalten nachgeht.”

Nach Meinung von Experten könnte das geschwächte Tier wieder gezielt zur Küste schwimmen. «In verschiedenen Regionen der Welt ist dokumentiert, dass Großwale bei ausgeprägter Erschöpfung vermehrt flache Küstengewässer mit weichem Untergrund aufsuchen», hatte das Deutsche Meeresmuseum erklärt. (dpa/sfu)

Verwendete Quelle: dpa, bild