Kult-Busfahrer ist schwer krankFrikadellen-Freddy kämpft wieder mit den Tränen – Fans sammeln für Rollstuhl

400 Frikadellen. Eine riesige Schlange. Und mittendrin ein Mann, der sichtbar gerührt ist.
Freddy Külpmann (65) aus Witten (NRW), den viele längst nur noch als Frikadellen-Freddy kennen, steht mit seinem Rollator vor dem Imbisswagen und ringt mit den Tränen. Der Schulbusfahrer war vergangenes Jahr zur Internetlegende geworden. Jetzt braucht er dringend Hilfe.
Tränen wegen der „Frikadelle am Freitag” machten Freddy Külpmann zum Internetphänomen
Ein Beitrag der WDR-„Lokalzeit” über das Aus des Imbisswagens „Frikadellenkönig” machte ihn im Mai 2025 überall bekannt. Damals sprach Freddy als Stammkunde vor der Kamera über den Abschied von seiner geliebten „Frikadelle am Freitag” – dabei kamen ihm die Tränen (hier in der ARD-Mediathek sehen). Genau dieser emotionale Moment ging danach viral. Aus dem Busfahrer wurde ein Meme, aus Freddy plötzlich eine kleine Berühmtheit. „Ich habe erst auf der WDR-Seite geguckt.” Da seien damals 1,2 Millionen Klicks gewesen. Freddy Külpmann sagte dem Sender damals: „Da habe ich gedacht, sach’ mal, seid ihr alle bescheuert?” Inzwischen sind noch viele Millionen Klicks mehr dazugekommen.
Frikadellen-Freddy bittet seine Community um Hilfe und der geschlossene Imbisswagen hilft mit
Jetzt ist die Lage ernst. Freddy Külpmann hat seinen rund 7.000 Followern bei Instagram erzählt, dass bei ihm die neurologische Krankheit Hereditäre spastische Paraparese (HSP) diagnostiziert wurde: „Die Beine machen nicht mehr mit, ich kann keinen Bus mehr fahren”, erzählt der 65-Jährige im RTL-Interview. Fortbewegen kann er sich nur noch mühsam mit einem Rollator. Sein großer Wunsch ist deshalb ein motorisierter Rollstuhl.
Einen Teil der Kosten für den Scooter übernimmt zwar die Krankenkasse. Für das Modell, das Freddy gerne hätte, fehlen nach seinen Angaben aber noch 5.000 Euro. Also wandte er sich an seine Community – und die reagierte sofort.

Besonders emotional ist, wer die spontane Spendenaktion möglich gemacht hat. Uwe und Heike Gambalat, die Betreiber des längst geschlossenen „Frikadellenkönigs”, hörten von Freddys Aufruf und handelten. Brötchen und Hackfleisch wurden von Unternehmen gespendet, ihr Imbisswagen fuhr noch einmal vor und plötzlich gab es in Witten-Annen (NRW) wieder genau das, was Freddy so vermisst hatte: die legendäre Frikadelle am Freitag.

Imbissbetreiber Uwe Gambalat sagt zu RTL: „Wir kennen Freddy seit neun Jahren. Er ist ein ganz netter Kerl. Als wir bei Facebook gesehen haben, dass er Hilfe braucht, waren wir sofort dabei.” Es sei wirklich das letzte Mal, dass es die Frikadellen gebe, sagt Uwe Gambalat. Alles für Freddy.
Viele Menschen ließen sich das nicht entgehen. Am Freitagvormittag (27. März) standen sie Schlange, um eine der rund 400 Frikadellen zu ergattern. Der komplette Erlös ging an Freddy.
Die Frikadellen für Freddy waren blitzschnell weg

Lange dauerte die Aktion nicht. Schon nach etwas mehr als einer Stunde waren alle Frikadellen verkauft. Am Ende kamen rund 2.400 Euro an Spenden zusammen. Ein großer Schritt auf dem Weg zu Freddys dringend benötigtem Rollstuhl.
Und Freddy denkt schon weiter. Sollte nach dem Kauf noch Geld übrig bleiben, will er den Rest nicht behalten. „Dann spende ich das ans Tierheim. Tiere liegen mir schon immer am Herzen”, sagt er. Danach beißt er genüsslich in eine seiner heiß geliebten Buletten.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, WDR


