Flydubai-Kapitän spricht darüber, wie sein Co-Pilot ihn angriff„Ich kämpfte um mein eigenes Leben, aber mir war auch klar, dass ich nicht so viele andere Menschen sterben lassen konnte”

Flugkapitän Smit Machchhar (Foto) wurde von seinem Co-Piloten angegriffen. Der wollte das Flugzeug von Flydubai wohl zum Absturz bringen.
Flugkapitän Smit Machchhar (Foto) wurde von seinem Co-Piloten angegriffen. Der wollte das Flugzeug von Flydubai wohl zum Absturz bringen.
YouTube/ Narendra Modi

Schwer verletzt liegt er auf dem Boden der Boeing 737 und wird weiter brutal angegriffen – doch Smit Machchhar gibt nicht auf.
Nachdem ihn sein Co-Pilot im Cockpit attackiert, verliert die Flydubai-Maschine Tausende Meter an Höhe. Knapp 200 Menschen an Bord von Flug FZ1073 droht der Tod. RTL.de hatte berichtet. Jetzt erzählt der Kapitän erstmals selbst, wie er mit letzter Kraft die Cockpittür öffnet und damit den Weg für die Rettung freimacht.

Flydubai-Pilot liegt verletzt am Boden – und kämpft weiter

Der Angriff passierte in einer Boeing 737 der Fluggesellschaft Flydubai (Symbolbild)
Der Angriff passierte in einer Boeing 737 der Fluggesellschaft Flydubai (Symbolbild)
REUTERS, Ammar Awad

Es sind dramatische Minuten an Bord von Flydubai-Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv. Kapitän Smit Machchhar wird nach bisherigen Erkenntnissen während des Fluges von seinem Co-Piloten attackiert und schwer verletzt – Ermittler vermuten einen Terroranschlag! Die Boeing 737 geht in einen rasanten Sinkflug, taumelt dem Boden entgegen. Laut Flugdaten verliert die Maschine zeitweise mehr als 5.000 Meter an Höhe.

Flugkapitän Smit Machchhar bei einem Videotelefonat mit dem indischen Premierminister Narendra Modi
Flugkapitän Smit Machchhar bei einem Videotelefonat mit dem indischen Premierminister Narendra Modi
Narendra Modi YouTube Channel via AP

Jetzt schildert Machchhar erstmals selbst, was in diesen Augenblicken in ihm vorgeht. In einem Videoanruf mit dem indischen Premierminister Narendra Modi erzählt der Pilot, dass er verletzt auf dem Boden des Cockpits liegt und weiterhin angegriffen wird. Trotzdem weiß er: Er muss noch einmal alle Kräfte mobilisieren.

Er habe sich gesagt, dass er noch einen letzten Versuch unternehmen müsse, um die Cockpittür von innen zu öffnen. Und genau das gelingt ihm.

Smit Machchhar: „Ich wollte die anderen nicht sterben lassen“

Der Inder Smit Machchhar steuerte das Flugzeug
Der Inder Smit Machchhar war der Kapitän des Flugzeugs und wurde von seinem Co-Piloten angegriffen.
Reuters

Durch die geöffnete Cockpittür können weitere Menschen eingreifen. Passagiere und Crewmitglieder gelangen nach vorne und überwältigen den mutmaßlichen Angreifer, darunter der Klempner Yaniv Hayoun. Kapitän Machchhar macht dabei deutlich, was ihn trotz seiner schweren Verletzungen antreibt: „Ich kämpfte in dem Moment um mein eigenes Leben, aber mir war auch klar, dass ich nicht so viele andere Menschen sterben lassen konnte.”

Sein Einsatz wird damit zu einem entscheidenden Moment des Flydubai-Dramas. Nach dem Eingreifen können andere Piloten, die zufälligerweise an Bord sind, die Kontrolle übernehmen. Die Maschine landet schließlich sicher im saudi-arabischen Tabuk.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Ermittler prüfen Motiv hinter Angriff auf Flydubai-Flug FZ1073

Was genau den Co-Piloten zu dem Angriff bewegt hat, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, der Mann habe Machchhar attackiert und anschließend offenbar versucht, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben eine Untersuchung angeordnet, die ausdrücklich auch klären soll, ob ein terroristischer Hintergrund vorliegt.

Machchhar wurde nach dem Vorfall zunächst in Saudi-Arabien behandelt und später nach Abu Dhabi gebracht. Nach Angaben der indischen Botschaft geht es ihm inzwischen gut und er erholt sich von seinen Verletzungen. Der Kapitän wird in seinem Heimatland Indien als Held gefeiert.

Verwendete Quelle: YouTube/ Narenda Modi