Dramatische Rettungsmission vor deutscher KüsteVerheddert im Fischernetz! Aktivisten bauen Spezialwerkzeug, um Finnwal zu retten

Am Samstag (7. März) gelang es dem Team zwar, ein kleines Stück der Leine abzuschneiden, doch der Großteil des Netzes hält das Tier weiterhin gefangen.
Am Samstag (7. März) gelang es dem Team zwar, ein kleines Stück der Leine abzuschneiden, doch der Großteil des Netzes hält das Tier weiterhin gefangen.
Sea Shepherd Deutschland e.V.
von Nils Fischer-Stahl und Nele Hasselbusch

Werden die Retter den Wal rechtzeitig befreien?
Seit Tagen kämpft ein etwa zwölf Meter langer Finnwal vor der deutschen Ostseeküste mit einem gefährlichen Netz, das sich um seinen Körper gewickelt hat. Aktivisten der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd wollen das Tier jetzt befreien, auch aus den flachen Küstengewässern der Ostsee. Doch dafür müssen sie den Wal erst einmal wiederfinden.

Netz schneidet sich in den Körper des Wals

Als die Aktivisten dem Finnwal am Samstag (7. März) nahekommen, sehen sie, wie dramatisch die Lage wirklich ist. Ein Fischernetz und meterweise Leinen hängen am Körper des Tieres. „Da sind jetzt noch locker zehn Meter dran bis zum Wal und dann geht die Leine noch zweimal um den Körper rum. Das heißt, da werden noch sicherlich 20, 30 Meter dran sein”, sagt Carsten Mannheimer von Sea Shepherd im Gespräch mit RTL.

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Das Problem: Es handelt sich nicht nur um eine Leine, sondern um echtes Stellnetz. „Also es ist wirklich dünnes, feines Netz, was einfach dafür gemacht ist, Fische zu fangen und das ist halt stabil und reißt einfach nicht“, erklärt Mannheimer. Die Helfer schaffen es nur, ein kleines Stück abzuschneiden. Der Rest bleibt am Wal hängen.

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Rettung mit Spezialwerkzeug aus dem Hafen

Damit die nächste Rettungsaktion erfolgreicher wird, bauen die Aktivisten im Hafen von Travemünde jetzt ein besonderes Schneidwerkzeug. Es soll aus der Ferne funktionieren und gleichzeitig verhindern, dass der geschwächte Wal verletzt wird. „Die Schneiden sind innenliegend. Das Werkzeug ist so rund geschliffen, dass, wenn es auf dem Wal aufliegt, nicht den Wal verletzen kann oder irgendwo eindringen kann, sondern nur die Leine einhackt, die Leine zu den Klingen führt und dann halt schnell und einfach durchschneidet.“, sagt Carsten Mannheimer.

Carsten Mannheimer baut im Hafen von Travemünde ein spezielles Schneidewerkzeug für den Meeresriesen.
Carsten Mannheimer baut im Hafen von Travemünde ein spezielles Schneidewerkzeug für den Meeresriesen.
RTL

Schwierige Suche nach dem Meeresriesen

Doch bevor sie den Wal befreien können, beginnt die schwierigste Aufgabe: ihn wiederzufinden. Deshalb arbeiten die Aktivisten eng mit Behörden zusammen und hoffen auch auf Hinweise von Menschen an der Küste. Selbst ohne Netz ist die Ostsee für den Meeresriesen ein gefährlicher Ort. Finnwale leben normalerweise in den großen Ozeanen – dort finden sie genug Nahrung. In der Ostsee dagegen gibt es deutlich weniger Futter. Für den gigantischen Meeressäuger kann das schnell zum Problem werden, weil ihm die Energie ausgeht.

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Die Rettung selbst wird außerdem alles andere als leicht. Denn der Wal versteht nicht, dass man ihm helfen will. „Das Arbeiten an dem Wal ist nicht einfach, weil dem gefällt das natürlich nicht. Das zeigt er auch. Der gibt richtige Töne von sich und ist wie so ein Brummen“ erklärt Mannheimer im RTL-Interview.

Die Hoffnung der Helfer: Wenn der Finnwal endlich vom Geisternetz befreit ist, findet der seltene Gast auch wieder den Weg aus der Ostsee zurück in die Weiten des Ozeans.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche