Nun steht er vor GerichtJugendpsychiatrie-Chefarzt soll Patientinnen jahrelang missbraucht haben!

Im Frankfurter Landgericht musste sich ein drogenabhängiger Mann wegen Mordes verantworten. (Symbolbild)
Die Anklage geht davon aus, dass sich die Taten über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren ereignet haben (Symbolbild).
Volker Hartmann/dpa

97 Taten listet die Anklage auf!
Ein Chefarzt für Jugendpsychiatrie soll das Vertrauen seiner Patientinnen ausgenutzt und einige sexuell missbraucht haben. Jetzt wird ihm der Prozess gemacht.

Eine Jugendliche soll er vergewaltigt haben

Ein ehemaliger Chefarzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie steht von Dienstag (21. Juli) an in Duisburg vor Gericht: Er soll gezielt das Vertrauen ausgenutzt haben, das seine jungen Patientinnen im Zuge der Gesprächstherapien zu ihm aufgebaut haben. Bei vier Jugendlichen soll es zu sexuellen Handlungen gekommen sein. In einem Fall soll er eine Jugendliche vergewaltigt haben. Auf dem Handy des heute 60-Jährigen fanden die Ermittler nach früheren Angaben außerdem eine jugendpornografische Aufnahme, die eine seiner Patientinnen zeigt.

Taten zogen sich laut Anklage jahrelang hin

Die Anklage geht davon aus, dass sich die Taten über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren ereignet haben. Obwohl die Ermittlungen schon länger liefen, kam der Mann erst im vergangenen Oktober in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hatte damals mitgeteilt, der Mediziner habe Kontakt zu mindestens einer der Geschädigten aufgenommen und versucht, sie zu beeinflussen.

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Minderjährige Opfer sollen besonders geschützt werden

Der Prozess findet vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts statt. Sie ist zuständig für Straftaten von Erwachsenen gegen Kinder und Jugendliche – unter anderem Sexualdelikte, Missbrauch oder schwere Gewaltverbrechen. Bei Prozessen vor einer Jugendschutzkammer sollen die Interessen von minderjährigen Opfern oder Zeugen besonders geschützt werden. Dazu wird häufig auch die Öffentlichkeit von Teilen des Prozesses ausgeschlossen. (anr)

Verwendete Quelle: dpa