Streit um neues Prunk-ProjektTrump plant Mega-Golfplatz in Washington! Kritiker toben

US-Präsident Donald Trump (3.v.r.) unterhält sich mit dem Golfplatzarchitekten Tom Fazio und Innenminister Doug Burgum bei einem Rundgang über den Golfplatz im East Potomac Park. +++ dpa-Bildfunk +++
Washington hat schon einen öffentlichen Golfplatz. Der gefällt Trump allerdings nicht.
picture alliance/dpa/AP / Mark Schiefelbein

US-Präsident Trump will in Washington auch architektonische Spuren hinterlassen. Nach dem Ballsaal im Weißen Haus und einem Triumphbogen präsentiert er jetzt sein neuestes Vorhaben. Es hat mit seinem Lieblingshobby zu tun.

Ein Ballsaal, ein Riesen-Triumphbogen und nun ein prächtiger Golfplatz: US-Präsident Donald Trump will mit einem weiteren Projekt das Aussehen der US-Hauptstadt verändern. Am 1. September werden die Arbeiten für einen neuen Golfplatz mitten in der Stadt auf einer Halbinsel beginnen, kündigte Trump auf seiner Plattform Truth Social an. Es soll „einer der besten Golfplätze“ der Welt werden und der Öffentlichkeit zugänglich sein. Kritiker von Trumps Architektur-Projekten, die sich in seiner zweiten Amtszeit häufen, sprechen von Geltungssucht. Trump ist der Ansicht, dass ein neuer Golfplatz der Stadt Prestige bringen werde.

Der 80-Jährige spielt selbst gerne Golf. Der Trump-Familienkonzern betreibt Golf-Resorts in mehreren Ländern. Die Wochenenden verbringt der US-Präsident häufig auf dem Platz, vor allem in Florida. Wie wichtig Trump das Golf-Projekt ist, kann man auch daran ablesen, dass er sich am Sonntag zu dem Standort fahren ließ und vor Ort Pläne sichtete.

Trump will den Golfplatz in die Lage versetzen, große Profi-Turniere wie die U.S. Open, Ryder Cup und PGA Championship ausrichten zu können. Zu den Kosten der Arbeiten unter der Leitung des US-Innenministeriums machte Trump in seinem Post keine Angaben, ebenso wenig dazu, wer am Ende zahlt.

Der Golfplatz in der US-Hauptstadt soll das bisherige öffentliche Golfplatzgelände East Potomac Golf Links auf der Halbinsel ersetzen, das aus Trumps Sicht heruntergekommen ist. Er schrieb, viele der Bäume seien beschädigt und stellten eine Gefahr für Besucher dar. Er sieht auch große Mängel bei der Bewässerung. Es handelt sich um eine Prestige-Lage: Der Golfplatz ist umgeben vom Fluss Potomac, die Besucher haben Ausblick auf berühmte Denkmäler der Stadt. Auch das Weiße Haus ist nur wenige Kilometer entfernt.

Seit längerem ist bekannt, dass Trump den alten Golfplatz ins Visier genommen hat. Der in den 1920er Jahren in Betrieb genommene Platz ist laut „New York Times“ anfällig für Überschwemmungen. Das Instandhaltungsbudget sei begrenzt gewesen, das habe Spuren hinterlassen. 2020 habe eine gemeinnützige Organisation den Betrieb übernommen und wollte das Gelände restaurieren.

Der Golfplatz ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Trump der demokratisch regierten Hauptstadt äußerlich seine Prägung geben will. Auf dem Gelände des Weißen Hauses lässt er einen riesigen Ballsaal errichten. Zudem plant er einen Riesen-Triumphbogen in der Stadt. Jüngst ließ er außerdem in einem umstrittenen Vorhaben das riesige Wasserbecken Reflecting Pool in der Umgebung berühmter Denkmäler mit blauer Farbe auskleiden, damit das Wasser die Monumente noch besser reflektiert. Das Wasser färbte sich allerdings schon kurz nach der Fertigstellung wegen Algen wieder grün, so dass erneut Arbeiter anrücken mussten. Trump macht für den Vorgang „linksextreme Vandalen“ verantwortlich.

Verwendete Quellen: ino/dpa