„Er mag Verbrechen, schätze ich“Jetzt geht Trump auf Papst Leo los

Pope Leo XIV presides over a Prayer Vigil and Rosary for Peace, in Saint Peter's Basilica at the Vatican, April 11, 2026. REUTERS/Remo Casilli
Papst Leo XIV. am Samstag bei einem großen Friedensgebet im Petersdom in Rom.
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In einer Predigt ruft Papst Leo XlV. zum Frieden auf und kritisiert die „Allmachtsfantasien“ Regierender. Trump fühlt sich gleich angesprochen und reagiert mit einem harschen Beitrag auf seiner Plattform Truth Social. Der Pontifex solle „dankbar sein“, meint der US-Präsident.

US-Präsident Donald Trump hat das Oberhaupt der Katholischen Kirche, Papst Leo XIV., in einem Onlinebeitrag attackiert. Der Papst sei „schrecklich“ in Bezug auf Außenpolitik und „schwach“ bei der Kriminalitätsbekämpfung, schrieb der Republikaner auf Truth Social. Der Papst sollte „dankbar“ sein, da er nur Papst geworden sei, weil er US-Amerikaner sei - damit man besser mit Trump umgehen könne. „Wenn ich nicht im Weißen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan“, behauptete Trump, der sich häufig bei seiner Politik auf den christlichen Glauben bezieht.

Der US-Präsident schrieb weiter, er wolle keinen Papst, der es in Ordnung finde, dass der Iran eine Atomwaffe besitze. Er wolle keinen Papst, der denke, dass es schrecklich sei, dass die USA Venezuela angegriffen hätten. Später legte Trump nach: „Er mag Verbrechen, schätze ich“, sagte der US-Präsident auf die Frage einer Reporterin, warum er den Papst angegriffen habe. „Wir wollen keinen Papst, der sagt, dass Kriminalität in unseren Städten in Ordnung ist.“ Leo XIV. hat nichts dergleichen gesagt.

Trumps heftige Kritik folgt auf eine Predigt des Papstes am Samstag, in der dieser ein Ende von Kriegen gefordert hatte. „Schluss mit dem Krieg!“, hatte das Oberhaupt von weltweit etwa 1,4 Milliarden Katholiken bei einem großen Friedensgebet im Petersdom in Rom gesagt.

An die Regierenden richtete der Papst in seiner Predigt einen direkten Appell: „Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden!“ Der Pontifex sprach von „Allmachtsfantasien, die um uns herum immer unberechenbarer und aggressiver werden“. Die Drohung Trumps, die iranische Zivilisation zu zerstören, nannte der Papst „inakzeptabel“. Zudem forderte er ein Nachdenken über die Behandlung von Migranten in den USA unter der Trump-Regierung.

Am 28. Februar hatten die USA und Israel den Iran angegriffen, der seinerseits mit Gegenangriffen reagierte. Derzeit gilt eine Waffenruhe. Zuletzt hatten sich die Friedensappelle des sonst zurückhaltenden Papstes vor allem mit Blick auf den Iran-Krieg verschärft. Die harschen Drohungen von Trump gegen den Iran verurteilte Leo - der erste Papst aus den USA - ungewöhnlich scharf und nannte sie „wirklich inakzeptabel“.

Ungeachtet der Angriffe aus Washington wird der Papst an diesem Montag zu einer zehntägigen Afrikareise aufbrechen. Der 70-Jährige besucht Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. Mit der Reise wolle er die Aufmerksamkeit der Welt auf die Bedürfnisse des Kontinents lenken, sagte Kardinal Michael Czerny, ein enger Berater Leos. Auf dem Programm der fast 18.000 Kilometer langen Tour stehen elf Städte und 25 Reden. Mehr als 20 Prozent der weltweiten Katholiken leben nach vatikanischen Statistiken in Afrika.

Verwendete Quellen: lar/dpa/rts