Traurige GewissheitBuckelwal Timmy ist tot

Der GPS-Tracker wurde gefunden!
Bei dem toten Wal vor der dänischen Insel Anholt handelt es sich nach Angaben der Behörden um Timmy, den zuvor in der Ostsee gestrandeten Buckelwal. An dem Tier wurde ein zuvor angebrachter Tracker gefunden, wie das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern und die dänische Umweltbehörde mitteilten.
Jetzt essen sich Möwen an Timmy satt
Mecklenburg-Vorpommerns Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) erklärte, die dänischen Experten hätten „zweifelsfrei festgestellt”, dass es sich bei dem vor der Insel Anholt angespülten toten Buckelwal um Timmy handele. „Letzte Sicherheit hat heute der Fund eines Trackers an dem Wal gegeben”, fügte Backhaus hinzu. Er bedauere, dass der Wal den Rettungsversuch einer privaten Initiative letztlich nicht überlebt habe.
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Er habe die Hoffnung vieler Menschen geteilt, „dass es gelingen würde, den Wal wieder in die Freiheit zu entlassen”, betonte der Minister. Leider habe das Tier seine Chance nicht nutzen können. Backhaus verteidigte den Versuch der privaten Initiative zur Rettung von Timmy. „Es ging immer darum abzuwägen, welche Option die schlechteste ist: Den sicheren Tod des Tieres unter Qualen abzuwarten oder ihm eine letzte Chance zu geben und ihn dabei möglichem Stress auszusetzen.”

Experten haben Timmys Transport stets abgelehnt
Experten hatten den Transport des mutmaßlich schwer kranken und stark geschwächten Tiers abgelehnt. Das Deutsche Meeresmuseum etwa erklärte nach der Freisetzung, es gehe vom Tod des Tiers aus. Demnach dürfte dem Meeressäuger die Kraft zu längerem Schwimmen gefehlt haben. Das Schicksal von Timmy und der Umgang mit dem Wal hatten über Wochen für Schlagzeilen und Debatten gesorgt.
Backhaus kündigte an, es werde nun mit den dänischen Behörden geklärt, was mit dem Walkadaver geschehen soll. Dazu seien auch Gespräche mit der privaten Rettungsinitiative geplant.

Zuvor erklärte jedoch Morten Abildstrøm von der Naturschutzbehörde, dass es momentan keine Pläne gebe, den Wal-Kadaver zu entfernen. Da er weit vom Strand entfernt liege, störe er niemanden, meinte er und fügte hinzu, dass sich derzeit mehrere Dutzend Möwen an dem toten Tier satt äßen. Zahlreiche Möwen tummelten sich seit der Strandung am Donnerstag um das Tier und pickten an dem etwa 75 Meter vor dem Strand liegenden Kadaver herum.
Die dänische Umweltbehörde forderte die Menschen auf der Insel dazu auf, sich von dem Wal-Kadaver fernzuhalten, schrieb die Zeitung „Ekstra Bladet”. Eventuelle Krankheitserreger könnten demnach von dem toten Tier auf Menschen übertragen werden. Außerdem bestehe die Gefahr, dass der Wal aufgrund von Fäulnisgasen explodiere.
Wochenlanger Rummel um den Wal
Der vor der deutschen Küste gestrandete Buckelwal hatte wochenlang Schlagzeilen gemacht. Der mehrmals an der Küste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns gestrandete Wal war von der privaten Initiative mit Hilfe eines Lastkahns ins offene Meer gebracht und am 2. Mai etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt im Skagerrak ausgesetzt worden.
Nach seiner Freilassung blieb unklar, was mit dem Wal geschah. Auch rund zwei Wochen nach dem Aussetzen gab es bislang keine bekannten oder gesicherten Daten dazu, wo sich das Tier befindet. Experten von Tierschutzorganisationen hatten die langfristigen Überlebenschancen des Wals übereinstimmend als sehr gering eingeschätzt.
Verwendete Quelle: dpa, afp


