Übler Darm-Parasit hält die USA in Atem„Es fühlte sich an, als würden meine Eingeweide zerquetscht“

Unsichtbare Gefahr!
Statt unbeschwerter Flitterwochen landet Gretchen Pleuss mit heftigen Beschwerden in der Notaufnahme. Hinter ihren Qualen steckt ein Parasit, der in den USA bereits Tausende Menschen krank gemacht hat. Doch die eigentliche Ursache des Ausbruchs gibt den Behörden weiter Rätsel auf.

Tausende Infektionen mit Cyclospora

Die Flitterwochen hatte sich Gretchen Pleuss ganz anders vorgestellt. Nach ihrer Hochzeit reist die Sängerin mit ihrem Mann in den Yellowstone-Nationalpark. Doch plötzlich bekommt sie massive Magen-Darm-Beschwerden. Die Schmerzen sind so stark, dass sie im Krankenhaus behandelt werden muss. „Es fühlte sich an, als würde mir jemand die Eingeweide zusammenquetschen“, beschreibt Pleuss ihre Beschwerden.

Während Gretchen Pleuss die Erkrankung inzwischen überstanden hat, breitet sich das Infektionsgeschehen im Land weiter aus. Seit Anfang Mai seien 4.173 bestätigte Cyclosporiasis-Infektionen erfasst worden, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Dienstag (Ortszeit) mit. Mehr als 7.400 weitere Fälle würden noch untersucht, hieß es. Gemeldet worden seien Erkrankungen aus 41 Bundesstaaten. Der Erreger wird über Lebensmittel, die mit Fäkalien verunreinigt sind, oder Wasser übertragen. Betroffene leiden häufig unter starken wässrigen Durchfällen, Bauchkrämpfen, Übelkeit und Erschöpfung. Der Parasit wird nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde in der Regel nicht von Mensch zu Mensch übertragen.

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Ermittlungen laufen weiter

Die Ursache bleibt rätselhaft. „Am Anfang kam der Verdacht auf, dass der Salat von Taco Bell Auslöser des Ausbruchs sei. Dann hat die Behörde aber den Labortest zurückgerufen, er sei falsch positiv. Das heißt: Der Ausbruch geht weiter – aber die Ursache ist nach wie vor völlig unklar”, berichtet RTL-Reporter Lukas Wolf aus New York. Dennoch deuteten Rückverfolgungsuntersuchungen weiterhin auf geschnittenen Eisbergsalat eines mexikanischen Lieferanten als Verursacher des Ausbruchs hin, schrieb die Behörde am Montag auf der Plattform X. Die Behörden halten an der Spur weiter fest.

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Auch das Weiße Haus schaltet sich ein

Angesichts der steigenden Fallzahlen beschäftigt sich inzwischen auch die US-Regierung mit dem Ausbruch. Kritiker werfen Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. vor, die Überwachung von lebensmittelbedingten Krankheitserregern geschwächt zu haben. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, betont dagegen, die Regierung beobachte die Entwicklung genau. Zugleich appelliert sie an die Bevölkerung, rohe Lebensmittel gründlich zu waschen und – wenn möglich – ausreichend zu erhitzen.

Warum die Suche so schwierig ist

Dass die Quelle bislang nicht gefunden wurde, überrascht Experten nicht. Dr. Georg-Christian Zinn vom Zentrum für Hygiene und Infektionsprävention erklärt, dass zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit bis zu zwei Wochen liegen können. „Die Inkubationszeit beträgt bis zu 14 Tage. Deshalb ist es sehr schwierig nachzuvollziehen, was Betroffene in dieser Zeit gegessen haben. Genau das macht die Aufklärung des Ausbruchs in den Vereinigten Staaten so kompliziert.“

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche, dpa, CNN